Aachen: Frankenberger Viertel: Parkausweise probeweise für Azubis und Pflegende

Aachen : Frankenberger Viertel: Parkausweise probeweise für Azubis und Pflegende

Die Bewohnerparkzonen „Z“ und „V“ im Frankenberger Viertel zeigen die gewünschten Effekte: In den Zonen parken weniger Autos als vor Einführung des Bewohnerparkens im Mai 2016. Gleichzeitig sind mehr Fahrzeughalter der abgestellten Wagen auch Bewohner des Viertels.

Das berichtete Verkehrsmanager Uwe Müller am Donnerstag im Mobilitätsausschuss. „Mit dem Bewohnerparken haben wir das Ziel erreicht, den Bewohner zu priorisieren“, fasste Müller zusammen.

In einer Pilotphase soll der Kreis derer, die einen Parkberechtigungsschein beantragen können, erweitert werden. Was aktuell bereits für Studierende gilt, soll, zunächst für ein Jahr, auch Auszubildenden möglich sein: Wer dauerhaft ein Auto nutzt, das auf einen Familienangehörigen zugelassen ist, kann dafür künftig einen Parkausweis bekommen. Voraussetzung ist, dass der Azubi seinen Hauptwohnsitz in der Parkzone hat und ein Jahres-Abo für den öffentlichen Nahverkehr nachweisen kann. „Dass Azubis bislang schlechter gestellt werden als Studierende, ist eine große Ungerechtigkeit“, befürwortete Peter Blum (FDP) den Vorschlag.

Steigt der Parkdruck?

Auch wer pflegebedürftige Personen, die in Zone „Z“ oder „V“ wohnen, unterstützt, soll einen Parkausweis bekommen. Gelten soll das für Familienangehörige und „nahestehende Personen“, die sich um den Pflegebedürftigen kümmern. Nachzuweisen ist bei der Beantragung die Pflegebedürftigkeit. Wie genau, das muss die Verwaltung noch abschließend klären. Denkbar sei etwa ein ärztliches Attest ebenso wie die Bescheinigung einer Pflegestufe.

Letztlich liegen diese Detailentscheidungen nach Wunsch der Politik bei der Verwaltung. Anders als bei allen anderen Berechtigtengruppen sei dann auch möglich, dass eine Person mehrere Parkausweise für sein Auto hat — nämlich dort, wo sie ihren eigenen Hauptwohnsitz hat, und dort, wo die pflegebedürftige Person lebt. Wenn sich mehrere Angehörige die Pflege teilen, sollen auch mehrere Ausweise ausgestellt werden. Ob dies Missbrauch Tor und Tür öffnet, soll nach einem Jahr geprüft werden.

Dem Vorhaben muss zunächst noch der Rat zustimmen. Wenn die Pilotphase in den beiden Testzonen positiv verläuft — sprich: die Zahl der beantragten Bewohnerparkausweise nicht explodiert und damit der Parkdruck wieder steigt — soll das Konzept letztlich auf alle Bewohnerparkzonen übertragen werden.