Aachen: Fraktion Die Linke mahnt: „Bahnhofsmission nicht alleine lassen“

Aachen : Fraktion Die Linke mahnt: „Bahnhofsmission nicht alleine lassen“

Es gab einiges an Geld für verschiedenste Zwecke zu verteilen auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demografie des Rates der Stadt Aachen. Doch den Anfang machten zunächst einmal die geladenen Gäste.

Die Stadtteilkonferenzen Aachen Ost/Rothe Erde und Aachen-Nord stellten sich den Ausschussmitgliedern vor und nannten Wünsche für die Zukunft. Einig war man sich schnell: Mehr Kommunikation und mehr Absprache zwischen Stadtteilkonferenzen und Rat respektive Ausschüssen soll es geben.

Einstimmig wurde beschlossen, dass die Projekte „Driescher Hof Sport“ des Aachener Fördervereins Integration durch Sport mit 5526 Euro und das Stadtteilfest 2018 „50 Jahre Preuswald“ des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen mit 3450 Euro aus dem Stadtteilfonds unterstützt werden. Entschieden wurde auch im Fall des „Sorgenkinds“ Bahnhofsmission, wie Rolf Schäfer (CDU) die Einrichtung bezeichnete. Statt der beantragten 35.000 Euro wurde ein Zuschuss von 15.000 Euro für 2018 aus Mitteln der Stiftung Armenfonds bewilligt.

Vertreter von CDU und SPD betonten in der Diskussion zuvor, dass diejenigen Angebote, die zum Service für Reisende gehören, Aufgabe der Bahn seien, nicht der Stadt. Leo Deumens (Linke) mahnte an, die Bahnhofsmission nicht alleine zu lassen: „Die Politik muss bei der Bahn vorstellig werden.“ Auch Alois Poquett, Geschäftsführer des Vereins „Wabe“, der neben IN VIA neuer Träger der Bahnhofsmission ist, nahm im Ausschuss Stellung: Er bleibe als „rheinische Frohnatur“ optimistisch, dass es auch mit den 15.000 Euro „schon irgendwie klappen“ werde. Neben der Bewilligung der Gelder für 2018 wurde beschlossen, einen jährlich wiederkehrenden Zuschuss zu prüfen.

Einstimmig wurde der Beschluss zur Förderung von Projekten der Integration im Jahr 2018 mit Mitteln in Höhe von insgesamt 138.000 Euro gefasst. Die Verteilung dieser Gelder erfolgt mit 43.000 Euro für „laufende Projekte“ wie etwa Veranstaltungen und Netzwerksarbeit, 41.000 Euro für Sprachkurse, 3000 Euro für die Aktivitäten des Kommunalen Integrationszentrums in Kooperation mit anderen Einrichtungen, 7000 Euro für Veranstaltungen von Migrantenorganisationen und 5000 Euro für den Integrationsrat.

In der letzten Ratssitzung kurz vor der Sommerpause soll das neue Integrationskonzept der Stadt Aachen endgültig verabschiedet werden. Der Ausschuss beschloss einstimmig, das Konzept zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und dem Rat zu empfehlen dieses anzunehmen. Ebenfalls zur Kenntnis genommen wurde der Sachstandsbericht der Verwaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen. Wie unsere Zeitung kürzlich berichtete, werden demnach zunächst bis Mitte Juni 20 Personen pro Woche von der Stadt Aachen aufgenommen.