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Fragezeichen zu Umwelttrasse auf Adalbersteinweg in Aachen

Luftreinhaltung in Aachen : Rund um die Umwelttrasse gibt’s noch viele Fragezeichen

Was ist eigentlich eine Umwelttrasse? Diese Frage führt bei den städtischen Verkehrsplanern bislang vor allem zu Stirnrunzeln. Denn klare Antworten können darauf kaum gegeben werden, gleichwohl haben CDU und SPD die Verwaltung beauftragt, die „Einrichtung einer Umwelttrasse auf dem Adalbertsteinweg stadtauswärts“ unverzüglich umzusetzen. Ein Dilemma.

Denn trotz mehrfacher Nachfragen kann die städtische Pressestelle bislang keine näheren Angaben dazu machen, wie eine „Umwelttrasse“ auf dem Adalbertsteinweg eigentlich aussehen soll und wer sie künftig nutzen darf. Dass selbst CDU und SPD in der entscheidenden Ratssitzung am vergangenen Mittwoch noch in buchstäblich letzter Minute ihren Antrag zur Umwelttrasse abwandelten, lässt erahnen, unter welchem Zeitdruck das Papier entstanden ist. War zunächst noch von einem „Radfahrstreifen mit Freigabe für Busverkehr“ die Rede, wurde diese Formulierung schnell noch gestrichen.

Aus gutem Grund, wie CDU-Fraktionschef Harald Baal erläutert. Denn noch während der Debatte sei allen klar geworden, dass man am Adalbertsteinweg künftig zwar eine „Vorrangstelle“ schaffen wolle, auf der der Radverkehr und Linienbusse „begünstigt“ durchkommen, zugleich aber wolle man Konflikte zwischen Radlern und Bussen auf einer gemeinsamen Spur vermeiden.

Darauf drängen nicht zuletzt auch Radfahrverbände und Aseag. „Unsere Wunschvorstellung sind eigene Spuren für Busse und Radfahrer“, bekräftigt Aseag-Sprecher Paul Heesel. Nur dies diene der Sicherheit, nur so können auch schnelle Fahrzeiten garantiert werden. Damit sieht sich die Aseag auch im Einklang mit den Forderungen des Radentscheids, der mit der Unterschriftenübergabe am kommenden Dienstag in seine entscheidende Phase eintritt.

Längst haben auch SPD, Grüne, Linke und Piraten zu erkennen gegeben, wesentliche Forderungen des Radentscheids übernehmen zu wollen. Und so läuft auf dem Adalbertsteinweg wohl alles darauf hinaus, den zur Verfügung stehenden Platz zulasten der Autofahrer neu aufzuteilen.

„Mir schweben als Ziel zwei Busspuren in Mittellage und eine abgetrennte Radspur am Rand vor“, sagt die SPD-Mobilitätspolitikerin Ye-One Rhie. Allerdings werde das selbst dann sehr eng, wenn man den Autofahrern eine Spur wegnimmt, gibt sie zu bedenken. Gleichwohl spricht auch Baal von „mehr Bussen in Mittellage“. Heißt: Künftig soll es für die Aseag nicht nur stadteinwärts, sondern auch stadtauswärts ab durch die Mitte gehen. Dass der Autoverkehr auch mit einer Spur nicht weniger gut vorankommt, habe die derzeitige Baustelle gezeigt. „Witzigerweise fließt da alles glatt durch“, sagt Baal. Detailfragen müsse man aber noch im Mobilitätsausschuss klären.

Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, hätten da ohnehin die Beratungen hingehört, bevor im Rat Beschlüsse gefasst werden, die mehr Fragen aufwerfen als Lösungen bieten. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr einen Antrag eingebracht, in dem sie Busspuren in Mittellage, sichere Radspuren und neue Ladezonen für den Adalbertsteinweg gefordert haben. Dies aber würde einen Komplettumbau des Adalbertsteinwegs erforderlich machen, erklärte die Verwaltung – womit sich das Vorhaben damals erledigt hatte.

Ob die von CDU und SPD geforderte Umwelttrasse tatsächlich „unverzüglich“ umgesetzt werden kann, bleibt also abzuwarten, ist aber eher unwahrscheinlich. Zumal man sich augenscheinlich noch verständigen muss, was überhaupt gemeint ist. Bislang gibt es in Aachen eine sogenannte Umwelttrasse nur auf der Pauwelsstraße vor der Uniklinik. Dort dürfen Busse, Radfahrer und Taxen fahren, Autos sind völlig ausgesperrt. Das aber scheint am Adalbertsteinweg dann doch nicht gewollt zu sein.