Aachen: Fotoausstellung in der Citykirche: Ein Lächeln kann Heimat bedeuten

Aachen : Fotoausstellung in der Citykirche: Ein Lächeln kann Heimat bedeuten

„Heimat ist nicht der Ort, sondern die Gemeinschaft der Gefühle“. Das aus Deutschland stammende Sprichwort ist auf viele verschiedene Arten interpretierbar und für jeden individuell. Dennoch assoziieren die meisten Menschen mit dem Begriff der Heimat ganz besondere Gefühle.

Die Integrationsagentur der Caritas hat anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens eine Kampagne unter dem Titel „Heimat ist…“ ins Leben gerufen, innerhalb deren Menschen ihre ganz persönlichen Ansichten zum Begriff Heimat aufgeschrieben haben. Das Resultat in Form von großen Foto-Paneelen ist ab sofort in der City Kirche St. Nikolaus zu sehen.

300 Menschen wurden im Rahmen der Kampagne binnen anderthalb Monaten interviewt und rund 290 davon fotografiert. „Ziel war es, den Leuten eine Stimme zu geben, ungeachtet ihrer Herkunft oder Lebensumstände. Hinzu kam, dass wir interkulturelle Begegnungen und den Austausch auf Augenhöhe fördern wollten. Schließlich ist der Begriff der Heimat universell und jeder Mensch kennt ihn, aber definiert ihn auf seine Art und Weise“, betont Carla Rodrigues von der Integrationsagentur der Caritas.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Geraldine Wronski und unter der künstlerischen Leitung von Anja Kipp wurden zu Beginn Teilnehmer aus Deutschland, Syrien, Ägypten, Afghanistan, Kroatien, Portugal und aus dem Iran gefragt, was für sie Heimat bedeutet. Aus diesem „Heimat-Workshops“ heraus entwickelten sich Leitfragen.

Sieben Ehrenamtler zogen anschließend mit Kameras, Stift und Papier los, um Menschen jeden Alters und jeder Herkunft zu interviewen. Dabei schrieben die Befragten auf einen Zettel ihre Definition von Heimat auf und ließen sich mit dieser ablichten. Schnell fiel auf, dass es für die Akteure gar nicht so einfach war, ihren persönlichen Begriff von Heimat in Worte zu fassen.

Ismet zum Beispiel malte einen Smiley. „Ein Lächeln ist für mich Heimat, denn mit einem Lachen kommt man besser durchs Leben und es schafft Vertrauen“, erklärt er. Für seine Freundin Nele ist Heimat dort, wo sie Kunst leben kann. Seit anderthalb Jahren lebt die aus Litauen stammende Künstlerin in Deutschland und fühlt sich immer dann zuhause, wenn sie kreativ sein kann.

Andere Teilnehmer definierten Heimat als ein Gefühl von innerer Ruhe oder auch mal ganz greifbar mit den Worten „Futtern wie bei Muttern.“ Für Timotheus Eller, Pfarrer der Citykirche, passen die Bilder perfekt zur Kirche, wie er erklärt. „Wir präsentieren hier häufig politische und gesellschaftliche Ausstellungen und greifen Themen auf, die die Menschen bewegen. Auch in der Kirche selbst finden viele Besucher eine Heimat und das macht diesen Ort für die Ausstellung so passend.“

Die Ausstellung „Heimat ist…“ kann bis zum 30. November in der City Kirche St. Nikolaus besucht werden.

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