Förderung durch musikalische Früherziehung in Aachen

Spende von Frau&Kultur : „Talbotzwerge“ bekommen klingenden Besuch

„Die Kinder werden ruhig, sie hören zu, und sie sind voll konzentriert bei der Sache“, erzählt Ruth Finke, Musikpädagogin der Musikschule. Seit September des vergangenen Jahres kommt sie regelmäßig zu den „Talbotzwergen“, um mit ihnen Musik zu machen. Und das kommt bei den Jungen und Mädchen der Kita an der Talbotstraße sehr gut an. Auch Einrichtungsleiterin Ulrike Noack ist begeistert und freut sich, dass das Angebot jetzt Dank einer zweiten Spende durch den Verein „Frau und Kultur“ ein weiteres Jahr gewährleistet wird.

Von den positiven Auswirkungen des gemeinsamen Musizierens sind alle gleichermaßen überzeugt, aber darüber hinaus soll das Angebot auch einfach nur Spaß machen. Und das tut es, wie die Reaktion eines kleinen Jungen zeigt: „Ich freue mich immer, wenn Ruth kommt“, sagt er. Und Ruth hat immer auch eine kleine Kiste mit Rasseln, Glöckchen und Trommeln im Gepäck. Besonders beliebt seien die ‚Chicken-Eggs‘, sagt sie: Das sind kleine Eier, die genau in eine Kinderhand passen und mit denen gerasselt wird.

Möglichst früher Kontakt

Laut Ulla Dohmann, erste Vorsitzende des Vereins „Frau und Kultur“ und selbst studierte Musikerin, ist es wichtig, Kinder so früh wie möglich in Kontakt mit Musik zu bringen. Der Verein unterstützt vor allem Projekte, die Kinder und Jugendliche mit Kultur, Musik, Kunst, Theater, Tanz und Literatur vertraut machen, und die ihnen so helfen, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Das musikalische Angebot in der inklusiven Kita in der Talbotstraße bezieht Kinder mit Behinderungen ganz selbstverständlich mit ein. „Jeder macht, was er kann“, sagt Ruth Finke und beobachtet, wie gerade Kinder mit Handicaps ganz positiv auf Musik reagieren. Und da wird aus einem „Zappelphilipp“ dann schnell auch mal ein voll konzentriertes Kind, das hingebungsvoll mit den anderen musiziert.

Und dass dieses musikalische Angebot bei den Talbotzwergen jetzt ein weiteres Jahr gesichert ist, freut auch Kerstin Schreiber, Bildungskoordinatorin der Musikschule Aachen. Denn Nachhaltigkeit liegt ihr ganz besonders am Herzen. Sie ermutigt auch die Eltern immer wieder, ihr Kind ein Instrument lernen zu lassen. Dabei gebe es Unterstützung gerade auch für Familien, die sich das nicht ohne weiteres leisten können, und die Musikschule gehe schon seit langem vor Ort: Interessierte Kinder und Jugendliche können also direkt in ihrer Schule Unterricht bekommen.

Blick auf die Inklusion

Mit Blick auf das Thema Inklusion sei gerade die Musik ein wertvolles Angebot, meint auch Daniela Jahn, Vorstandsmitglied des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM), Trägerverein der Kita. „Frau und Kultur“ unterstützt die „Talbotzwerge“ jetzt zum zweiten Mal mit 3000 Euro. Damit kann das Angebot ein Jahr lang finanziert werden. Auch die Kita RoKoKo an der Robert-Koch-Straße bekommt eine entsprechende Förderung für ein Jahr. Der Verein zeige sich auch deshalb gerne so spendabel, weil dieses Projekt allen so viel Spaß mache, betont Ingeborg Heemann, Mitglied von „Frau und Kultur“.

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