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Elferschießen im Jugendpokal: Flutlicht-Abschaltung keine Sparmaßnahme

Elferschießen im Jugendpokal : Flutlicht-Abschaltung keine Sparmaßnahme

Das Pokalspiel der B-Junioren zwischen Laurensberg und Vichttal muss nach dem Flutlicht-Ausfall wohl wiederholt werden. Dass die Anlage ausgeschaltet wurde, hat allerdings nichts mit Energie sparen zu tun.

Kurioses Ende eines Jugendfußballspiels: 100 Minuten hatten sich die B-Junioren-Teams von Gastgeber VfJ Laurensberg und VfL Vichttal am Mittwochabend im Pokalspiel, das den Einzug in den FVM-Pokal regelt – also das Turnier für Verbandsmannschaften –  einen intensiven Kampf auf Augenhöhe geliefert. 4:4 stand es nach der Verlängerung. Die Spannung hätte kaum größer sein können. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Oder besser: hätte fallen müssen.

Denn nachdem die ersten drei Schützen beider Teams sicher vom Elfmeterpunkt verwandelt hatten, legte sich der vierte Spieler für Laurensberg den Ball auf den Punkt. Was weiter geschah, entzog sich den Blicken der Beobachter. Einen Schuss gab es nicht mehr, denn der Platz samt aller Akteure versank plötzlich in tiefer Dunkelheit.

Um Punkt 21.54 Uhr, so wissen Augenzeugen zu berichten, die auf beleuchteten Displays diese Information ablasen, hatte sich das Flutlicht ausgeschaltet. Ende eines packenden Pokalspiels, das nun wohl wiederholt werden muss.

Sämtliche Bemühungen der Gastgeber, das Flutlicht noch einmal in Gang zu setzen, misslangen. Die städtische Zeitschaltuhr war schlichtweg nicht mehr umzustimmen, fassungslose Machtlosigkeit trotz intensiver Bemühungen.

Warum das Flutlicht sechs Minuten vor dem eigentlich vorgesehenen Zeitpunkt des Abschaltens um 22 Uhr ausging, war den Gastgebern ein Rätsel. „In sechs Minuten wäre das Elferschießen wahrscheinlich  erledigt gewesen. Man kann es mit den Stromsparmaßnahmen auch wirklich übertreiben“, sagte ein Zuschauer gegenüber unserer Zeitung.

Am Tag danach steht so viel fest: Eine Stromsparmaßnahme war keinesfalls der Grund für die plötzlich auftretende Dunkelheit. Stefan Herrmann vom städtischen Fachbereich Kommunikation kennt die wahren Zusammenhänge. Erhellende Auskunft: „Es ist sicherlich für alle Teilnehmenden unglücklich, dass das Jugendpokalspiel wegen Verlängerung und Elfmeterschießen in die Phase der Flutlichtabschaltung rutschte. Die Flutlichtanlagen gehen in der Tat auf den städtischen Sportplätzen mit Zeitschaltuhren zu einem vorgegebenen Punkt aus.“ Stadtweit. Und daran sei nichts zu ändern.

Die Uhren sind nach städtischen Angaben überall so eingestellt, dass um 21.55 Uhr als „Vorwarnung“ die Hälfte der Lichtanlagen abgeschaltet werden, um 22 Uhr dann die restlichen Flutlichter. Herrmann erkärt: „Das ist eine lang gelebte und den Vereinen bekannte Praxis. Den Hintergrund bilden hier lärm- und emmissionsschutzrechtliche Vorgaben, die ab 22 Uhr gelten.“

Bei der Wiederholung des Spiels ist nun heller Verstand bei der Festlegung der Uhrzeit gefragt.

(tht/bb)