Aachen: Flüchtlinge in Ausbildung als Chance für alle

Aachen: Flüchtlinge in Ausbildung als Chance für alle

Unter dem Titel „Ausbildungsduldung — wie geht das?“ bietet der Verein zur Förderung des Ehrenamtes am Freitag, 15. September, einen Workshop im Hause der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Gartenstraße 25 an.

Eingeladen sind alle, die sich bei der Flüchtlingsarbeit engagieren — sei es haupt- oder nebenberuflich. Laut Nina Trogus-Liegmann, Vorsitzende des Vereins, gilt es nach wie vor, viele Herausforderungen zu bewältigen. Die Integration in den Arbeitsmarkt sei eine solche.

Der Workshop hat das Ziel, junge Flüchtlinge und Betriebe zusammenzubringen. Haben die Flüchtlinge erst einmal einen Ausbildungsplatz gefunden, haben sie auch vorerst einen gesetzlichen Anspruch, in Deutschland zu bleiben, und zwar für die Zeit ihrer Ausbildung und die zwei folgenden Jahre.

Unternehmen, die den jungen Leuten eine Ausbildung ermöglichen, verhelfen ihnen zu einer dauerhaften Lebensperspektive, so die Auffassung des Vereins. „Doch obwohl viele Betriebe händeringend nach Auszubildenden suchen, scheuen sich offensichtlich viele, Flüchtlinge unter Vertrag zu nehmen“, meint Marianne Kuckelkorn vom Verein. Der Workshop will Ehrenamtler fit für dieses Thema machen, damit sie den Flüchtlingen später mit der richtigen Strategie unterstützend zur Seite stehen können. Aber auch die Unternehmen sind eingeladen, sich ein Bild zu machen.

„Firmen machen einen ,guten Fang‘, wenn sie einem jungen Flüchtling eine Chance geben“, ist Nina Trogus-Liegmann überzeugt, „denn die jungen Leute sind enorm ehrgeizig und zuverlässig“, sagt sie. Die bürokratischen Hürden allerdings seien manchmal so hoch, dass eine Vermittlung der jungen Leute ohne Unterstützung nicht denkbar sei. In dem dreistündigen Workshop unter Leitung von Andrea G. Malorny, Expertin für Integration und Migration, sollen sie die notwendigen Strategien kennenlernen.

Der Verein zur Förderung des Ehrenamtes wählt jedes Jahr ein Thema, dem er sich intensiv widmet. „Im vergangenen Jahr war das beispielsweise die Talentsuche“, sagt Marianne Kuckelkorn. Damals ging es darum, Menschen für ihre eigenen Fähigkeiten zu sensibilisieren, um ihnen so den Weg ins Ehrenamt zu öffnen. „In diesem Jahr wollen wir uns dem Thema Ausbildungsduldung widmen“, sagt Kuckelkorn.

Auch am Aktionstag der Aachener Vereine „Ehrenwert“ am 1. Oktober wird sich der Verein mit dem Thema präsentieren. Gegründet wurde er 1998, um die ehrenamtliche Arbeit zu stärken. „Wir vermitteln unter anderem Interessenten“, sagt Nina Trogus-Liegmann. „Und wir wollen gerade auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für das Ehrenamt begeistern.“

Besonders wichtig sei zudem, die Ehrenamtler vor Überforderung zu schützen. Die Freiwilligen werden nicht allein gelassen, sondern sollen alle Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Der jetzt angesetzte Workshop soll eine solche Hilfestellung sein.

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