Aachen: „Fleddermäuse“ machen „Schluss mit Lustig“

Aachen: „Fleddermäuse“ machen „Schluss mit Lustig“

„Das Ende ist nah!“ — nach 38 gefeierten Jahren auf der Bühne verabschieden sich die „Fleddermäuse“ mit ihrem finalen Programm „Schluss mit Lustig“ von ihrer treuen Anhängerschaft. Zwischen bissigem, aktuellen Kabarett wirken einige Nummern schon etwas „zerfleddert“.

Die rund 1000 Plätze des Audimax an der Wüllnerstraße waren an diesem Premierensamstag fast restlos besetzt — vorwiegend von älteren Semestern, wenngleich Teile des Publikums so aussahen, als ob sie den Hörsaal bisher vor allem aus ihrem Alltag kannten. „Die Leute wollen vergessen, dass zu Hause noch der Spül steht und sie noch Konserven für die Zeit nach Tihange kaufen müssen“, erinnert Manfred Hammers seine Kollegen gleich zu Beginn. Und egal welcher Altersgruppe, der Saal ist von der ersten bis zur letzten Minute an Bord der Gag-Rakete, die das Kabarett-Sextett über knapp drei Stunden abfeuert.

Selbstironisch und gesellschaftskritisch, stets auf dem rasanten Ritt zwischen intellektuellem Humor und krachenden Kalauern: Nach fast 40 Jahren auf der Bühne sagt das Kabarett-Sextett „Die Fleddermäuse“ mit ihre letzten Programm „Schluss mit Lustig“ Tschüss. Foto: Andreas Herrmann

1978 ins Leben gerufen, damals noch „mit Latzhose und lila Friedenstuch“ auf protestantischen Pfarrfesten unterwegs, „um die Welt zu verändern“, standen die Fleddermäuse nun fast vier Dekaden in Aachen und „dem Rest der Welt“ auf der Bühne — immer mit eigenen Texten und Musik. Nun ist also bald „Schluss mit Lustig“ — sechs Mal kann die eingeschworene Fangemeinde den Kultstatus des Kabarett-Urgesteins bis April jedoch noch abfeiern.

Selbstironisch und gesellschaftskritisch, stets auf dem rasanten Ritt zwischen intellektuellem Humor und krachenden Kalauern: Nach fast 40 Jahren auf der Bühne sagt das Kabarett-Sextett „Die Fleddermäuse“ mit ihre letzten Programm „Schluss mit Lustig“ Tschüss. Foto: Andreas Herrmann

Toleranz und Fremdenfeindlichkeit, der Schock über das US-Wahlergebnis und ein TÜV für alte Menschen im Straßenverkehr — gesellschaftskritisch und selbstironisch werden hier aktuelle Themen abgehandelt. Zwischen Stadtgespräch, Regionalem und Dialektischem kriegt im fulminanten Wechsel zwischen Intellektuellem und Klamauk alles und jeder sein Fett weg.

Selbstironisch und gesellschaftskritisch, stets auf dem rasanten Ritt zwischen intellektuellem Humor und krachenden Kalauern: Nach fast 40 Jahren auf der Bühne sagt das Kabarett-Sextett „Die Fleddermäuse“ mit ihre letzten Programm „Schluss mit Lustig“ Tschüss. Foto: Andreas Herrmann

Bei einigen Nummern kann man allerdings nicht glauben, dass ein so etabliertes Ensemble es schafft, Anekdoten über Zigeunerschnitzel, Chantalismus und Inzucht in der Eifel eine halbe Dekade nach dem Rest der Welt ins humoristische Repertoire aufzunehmen — beziehungsweise diese noch immer für erzählenswert hält. Doch „das Ende ist nah“ und als Rückblick auf eine so ungebrochen erfolgreiche Karriere sollte ein Best-of der letzten Jahre wahrscheinlich erlaubt sein.

So sah es auch das Publikum im Audimax: lautstarkes Mitlachen und Mitsingen und frenetischer Applaus zum Abschluss - von den knapp tausend Fleddermaus-Anhängern hat an diesem Premierenabend mit Sicherheit keiner mehr einen Gedanken an den heimischen Spül verschwendet.

„Schluss mit Lustig“ ist noch am 10. Und 17. Dezember, am 14. Und 28. Januar, am 18. Februar und am 8. April im Audimax an der Wüllnerstraße zu sehen. Tickets gibt es für 20 Euro in der „Villa Kunterbunt“, Markt 1.