Orsbach: Flatterhafte Wesen über Orsbach

Orsbach: Flatterhafte Wesen über Orsbach

Fliegende Papageien, grüne Aliens, große Fledermäuse oder liebevoll dekorierte Deltas — der Vielfalt beim 19. Drachentreffen waren keine Grenzen gesetzt. Eindrucksvoll bunt zeigte sich der bewölkte graue Himmel über der großen Weide in Orsbach.

Seit fast 30 Jahren stellt sich Robert Zeius gerne in den Wind. „Es sind die Erinnerungen aus der Kindheit, die mich dazu brachten“, erzählte der Drachenfan. Mit Holzstäben und Pergamentpapier baute er damals seine ersten Drachen. Bis heute hat sich an dieser Leidenschaft nichts verändert.

Zeius ist einer der vier noch aktiven „Drachenfreunde Euregio“. Zusammen mit Holger Drossart, Martina Droste-Drossart und Sabine Droste organisiert er das jährliche Drachentreffen. Natürlich steckt viel mehr Arbeit dahinter, als die vier auf die Beine stellen können. „Wir erhalten viel Unterstützung von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen, anders würden wir das gar nicht hinbekommen“, meinte Sabine Droste. Auch Landwirt Karl-Heinz Vonderstein, der sein Land zur Verfügung stellt, hilft gerne aus, wenn Stroh gebraucht wird oder mal wieder ein Caravan auf der vom Regen durchweichten Wiese stecken bleibt. Die Stadt erteilt schließlich die offizielle Genehmigung.

„Es ist der gute Zweck, der uns noch heute antreibt“, so Zeius. „Wir freuen uns über jede Spende und jedes noch so kleine Kompliment“, ergänzt Holger Drossart. Einer großen Herausforderung mussten sich jedoch sowohl Besucher, als auch langjährige Drachenbauer stellen, denn deutlich spürbar ließ der Wind an beiden Tagen zu wünschen übrig. Doch für die erfahrenen Fans ist auch dies kein Pro-blem: „Extrem-Leichtwinddrachen“ heißt die Lösung.

Mit über fünf Quadratmetern Stoff und dünnen Kohlefaserstäben besitzt der Drachen genügend Fläche, um sich selbst bei geringem Wind in die Luft zu erheben. „Die Ausgefallenen brauchen konstanten Wind und weniger Feuchtigkeit“, erwähnte Sabine Droste, denn der Leinenschmuck, also an der Leine aufgereihte Motive, welche in unzähligen Stunden Handarbeit selbst genäht wurden, weicht auf und der Stoff wird zu schwer.

Die Drachenfreunde Köln reisen jedes Jahr gern mit dem Verein nach Aachen und bereichern mit farbenfrohen und ausgefallenen Motiven den Himmel. „Der gute Zweck treibt uns hierher“, so Jupp Peters, „und wir kommen her, um den Himmel bunt zu machen“. Auch für die kleinen Besucher kam der Spaß nicht zu kurz, auch wenn der traditionelle „Printenabwurf“ am Sonntag zunächst nicht klappte.

Wieder hatten sie die Möglichkeit, in der Drachenwerkstatt eigene Drachen zu bauen und diese natürlich auch im Wind zu testen. Im Vorjahr wurden über 300 Drachen gebaut.

Doch wenn der Wind nicht stark weht, müssen sich Eltern nun eben etwas einfallen lassen: Mit drei Heliumballons gaben sie dem Nachwuchs die nötige Starthilfe. „Ein 20. Treffen wird es auf jeden Fall geben, das steht fest“, berichtet Zeius. Was danach kommt, darüber hat der 61-Jährige sich noch wenig Gedanken machen wollen. Kollegen hätten aber schon ihre Unterstützung für mindestens fünf weitere Jahre zugesichert, so dass das farbenfrohe Fest erhalten bleibt, denn die Besucherzahlen sprechen für sich.

„Bereits am Samstag waren um die 800 bis 1000 Besucher da“, freut sich Zeius. Trotz des leichten Regens am Sonntagvormittag war die Veranstaltung am zweiten Tag jedoch nicht weniger gut besucht. Der Reinerlös der Veranstaltung für den guten Zweck wird auch in diesem Jahr der Kinderkrebsstation des Klinikums Aachen zur Verfügung gestellt.