Aachen: „Flame for Peace“: Laufen als Zeichen für den Frieden

Aachen : „Flame for Peace“: Laufen als Zeichen für den Frieden

„Kein Datum wäre passender als der 1. September.“ Das betonte Peter Hellmann, Leiter des Projektes „Flame for Peace“, gleich zu Beginn des Friedenslaufs, der am Samstag am Kennedypark startete. „Flame for Peace“ ist ein Projekt des Aachener Netzwerkes für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit. Sie versteht sich als Teil der Friedensbewegung und organisiert seit einigen Jahren Laufveranstaltungen für den Frieden.

Der 1. September, der Anti-Kriegstag, ist dabei nach wie vor ein wichtiges Datum, das an die Taten und Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert.

Unter dem Motto „Über Grenzen hinweg in Bewegung — run together for peace and development“ beteiligten sich nun rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Einzelstarter, Laufgruppen oder auch Schülerinnen und Schüler des Rhein-Maas Gymnasiums und der Brecht-Gesamtschule Bonn an dem 30 Kilometer langen Lauf. Dieser gliederte sich in drei Laufabschnitte mit zwölf Stationen, die durch das Grenzgebiet in Deutschland, Belgien und den Niederlanden führten. Wer nicht die komplette Strecke laufen wollte, der hatte die Möglichkeit, an den verschiedenen Stationen in den Lauf einzusteigen.

„Was zählt, ist der Wille“, sagte Hellmann und ergänzte: „Wir zeigen Flagge und bekennen Solidarität. Im Sommer 2014, 100 Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkrieges, trugen hunderte Läufer die Friedensfackel von Sarajewo nach Aachen. Heute laufen wir nun durch das Gebiet der Euregio Maas-Rhein, um an das Ende des Krieges zu erinnern. Denn Spuren sind überall sichtbar.“ Ferner sei es Hellmann wichtig, auch auf die aktuellen politischen Entwicklungen aufmerksam zu machen, die er mit wachsender Sorge betrachte.

Yvonne Hugot-Zgodda von der Volkshochschule (VHS) Aachen, die sich seit Jahren im Rahmen der „Wege gegen das Vergessen“ mit der lokalgeschichtlichen Aufarbeitung der beiden Weltkriege befasst, erläuterte kurz vor Beginn den Streckenverlauf. „Die Säulen im Kennedypark sind der letzte Rest der Gelben Kaserne. Soldaten des ,Rheinischen Regiments — Die Lützower‘ waren zur damaligen Zeit dort stationiert. Sie marschierten im August 1914 über die Lütticher Straße ins neutrale Belgien.“

Weitere Stationen waren unter anderem der Bahnhof Rothe Erde, der Waldfriedhof, der Dreiländerpunkt und das Hochschulviertel rund um Campus Melaten. Zieleinlauf war am Westbahnhof, wo in Kriegszeiten zum ersten Mal die ausgebaute Eisenbahn für militärische Zwecke genutzt wurde.

(svp)
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