Aachen: Finanzspritze für freie Kultur: 140.000 Euro zusätzlich

Aachen: Finanzspritze für freie Kultur: 140.000 Euro zusätzlich

Kurz vor den kalten Tagen können sich die freien Kulturinitiativen auf einen warmen Geldregen freuen: Kommenden Donnerstag (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) will der Kulturausschuss des Rates beschließen, dass das Förderpaket des Kulturbetriebs für die unabhängigen Künstler im Ganzen um 140.000 Euro auf knapp 532.000 Euro aufgestockt wird — und zwar rückwirkend für das laufende Jahr.

50 Prozent reserviert

Damit hat die Verwaltung der einmütigen Entscheidung der Politik Rechnung getragen, das finanzielle Engagement zugunsten freier Initiativen und Projekte zu verstärken. Der Ausschuss war bereits vor Monaten dem Vorstoß der Grünen gefolgt, zunächst 50 Prozent der nicht verausgabten Mittel aus dem Budget des Kulturbetriebs für die „Freien“ zu reservieren.

Die zusätzlichen Mittel sollen auf Vorschlag der Verwaltung nun vor allem eingesetzt werden, um die Fördergelder für einzelne Projekte entsprechend den ursprünglich beantragten Summen aufzustocken, wo dies vordem nicht möglich erschien. Das ist nach wie vor nicht in jedem Fall erreicht worden; dennoch können die Zuschussempfänger teils mit Nachschlägen in Höhe von mehreren tausend Euro rechnen. Der neue Aachener Kunstverein etwa soll 10.000 Euro zusätzlich erhalten, das Kaleidoskop Filmforum 6635 Euro, das Theater K weitere 3000 Euro. Voraussetzung ist freilich, dass entsprechende Projekte (zumindest buchungstechnisch) noch nicht abgeschlossen sind. Sofern dies der Fall ist, sollen die Gelder in den Etat für 2015 aufgenommen werden.

Zumindest als Etappensieg in Sachen Besserstellung der freien Kultur wertete Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram die Botschaft der Verwaltung am Montag. „Allerdings ist hiermit natürlich noch keine strukturelle Erhöhung der Mittel im Wirtschaftsplan des Kulturbetriebs erfolgt“, unterstrich Pilgram. „Dafür wollen wir uns weiter einsetzen, und dies ist ja auch im Koalitionsvertrag der neuen CDU/SPD-Mehrheit vorgesehen.“

Das Plus im Budget 2013 war unter anderem zustande gekommen, weil für die Route Charlemagne seinerzeit weniger Mittel flossen als geplant. Die Grünen hatten zudem im Hinblick auf die Einzelposten im Gesamtetat (der Kulturbetrieb wird derzeit mit rund 16,5 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt bedacht) mehr Budget-Disziplin eingefordert; vor allem die städtischen Museen hatten ihre Ausgabenseite teils erheblich überstrapaziert, während andere Einrichtungen unter dem Dach des Eigenbetriebs Überschüsse einfahren konnten. Überdies sollen die Kriterien zur Mittelvergabe in einer der nächsten Sitzungen des Kulturausschusses auf Antrag der Grünen auf den Prüfstand gestellt werden.

(mh)
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