Finale für die Schlüsselloch-Rocknacht in Aachen

Musik in der Kappertz-Hölle : Mit der 50. Schlüsselloch-Rocknacht soll endgültig Schluss sein

Die 50. Schlüsselloch-Rocknacht geht am Samstag, 17. November, im Saalbau Rothe Erde über die Bühne. Es ist auch die letzte Veranstaltung ihrer Art. Denn nach der 50. Rocknacht soll Schluss sein.

Herbert Senden, Ikone, Förderer und Gönner der Aachener Musikszene, hat sich mit seinen Veranstaltungsreihen wie den legendären Schlüsselloch-Rocknächten, den unvergesslichen Open-Airs im Frankenberger Park, und Konzerten in der Barockfabrik, in seiner Kultkneipe Schlüsselloch oder in der Diskothek Metropol/B 9 in der Blondelstraße in die Geschichtsbücher der hiesigen Musikszene eingetragen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird der Endsechziger am Samstag, 17. November, ab 20 Uhr, in der Kappertz-Hölle (Saalbau Rothe Erde) Programm machen. Die 50. Schlüsselloch-Rocknacht steht auf dem Programm, und Herbert Senden sowie sein alter Weggefährte Peter Kappertz, seit Beginn als Partner an seiner Seite, werden mit vielen Aachener Musikliebhabern die Jubiläums-Rocknacht feiern.

Und gleichzeitig besiegelt der 67-jährige Senden auch das Ende des Formats, das nach der Disco-Ära die Livemusik-Szene in Aachen nachhaltig wiederbelebt hat. Nach der 50. Ausgabe ist nach mehr als 32 Jahren Schluss. „Weitere Rocknächte unter diesem Label wird es nicht mehr geben“, hatte Herbert Senden schon vor Monaten beschlossen. „Die 50. Ausgabe ist ein schöner Zeitpunkt, mit der Schlüsselloch-Rocknacht aufzuhören – nach dem Motto ‚Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören’.“ Dennoch macht sich bei ihm ein bisschen Wehmut breit.

Er gibt aber zu verstehen, dass es weiter Konzerte in seiner Kneipe Schlüsselloch geben wird. Außerdem schließt er nicht aus, in der Kappertz-Hölle weiterhin musikalische Großveranstlatungen durchzuführen, allerdings keine Schlüsselloch-Rocknächte mehr.

Für die Jubiläumsausgabe hat Senden ein feines Programm aus dem Hut gezaubert, das auch Sicht der Aachener Rockmusikszene nicht hochkarätiger sein könnte. Mit The Jägs, GreyAttack und den Dashboard Angels stehen drei Rock-Formationen auf der Kappertz-Bühne, die es am dritten November-Samstag mächtig krachen lassen wollen. „Wir alle sind stolz, dass wir bei der letzten Nacht dabei sein dürfen“, gibt Grey Charlez, Sänger und Gitarrist von Grey Attack stellvertretend für alle Teilnehmer zu Protokoll.

„Mit den Plakaten der Rocknacht bin ich aufgewachsen und hätte mir nie träumen lassen, mal auf dieser Bühne zu stehen“, fügt Chris Jäger von The Jägs hinzu. Für Andreas Malangré, Bassmann der Dashboard Angels, ist das Ende der Rocknacht ein Verlust für die Musikszene: „Wieder geht ein unverzichtbares Event und hinterlässt ein Vakuum.“ Malangré setzt darauf, dass die Aachener Musikszene fast vollständig bei Kappertz erscheint und der Schlüsselloch-Rocknacht ein würdiges Finale bereitet.

Bühne für hiesige Bands

Einen Tag vor der letzten Rocknacht am 17. November bittet Herbert Senden ebenfalls in die Kappertz-Hölle. Er präsentiert am Freitag, 16. November, ab 20 Uhr, mit „Aus'm Keller“ ein Live-Podium für die hiesige Musikszene. „Wir geben den Bands die Chance, sich einem größeren Publikum zu präsentieren, als dies bei selbstorganisierten Konzerten oft der Fall ist“, erläutert Herbert Senden die Intention der Veranstaltung. „Und die Bands, die teilnehmen möchten, bringen ausschließlich ihre Gitarren, Bässe und die Drummer ihre Becken, Drumsticks und die Snares mit, da die gesamte Backline wie Verstärker und Drum-Kit auf der Bühne fest installiert sind und somit alle Bands die gleichen Auftrittsbedingungen vorfinden.“ Jede Band aus der lokalen oder regionalen Musikszene, die sich im Rahmen des Events „Aus'm Keller“ präsentieren möchte, bewirbt sich bitte per E-Mail mit zwei Songs als mp3-File, Foto und Biographie unter ausmkeller@gmx.eu.

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