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FH zeigt Kunstmöbel im Aachener Westpark

Die Elefanten kommen zurück : Möbel erzählen die Geschichte des Westparks

Plötzlich stand es da – mitten im Aachener Westpark: Ein multifunktionales Möbel aus Pappe, das Skulptur, Sitzgelegenheit und einen informativen Blick in die Vergangenheit zugleich darstellt.

In einem gemeinsamen Praxisprojekt mit dem Titel „Westpark story constructed“ haben sich die Fachbereiche Architektur und Gestaltung der FH Aachen der spannenden Geschichte des Westparks angenommen. „Wir haben nach Wegen gesucht, die Geschichte wieder sichtbar zu machen“, sagt Prof. Dr. Anke Fissabre vom Fachbereich Architektur der FH Aachen. Die Studierenden machten sich im Stadtarchiv auf die Suche nach Quellen. Sie fanden neben alten Plänen auch Fotos, die den Glaspalast und den Zoo zeigen. Der Zoo wurde 1885 im Westpark, der damals noch „Lochnergarten“ hieß, eröffnet und beheimatete Riesenschlangen, Bären, Elefanten, Tiger sowie zahlreiche heimische Tierarten.

Die Studierenden begaben sich in den Westpark, um vor Ort nach Spuren zu suchen und mögliche Standorte für Parkmöbel ausfindig zu machen. In weiteren gemeinsamen Lehrveranstaltungen unter der Leitung von Prof. Heike Matcha und Prof. Fissabre wurden innerhalb eines Jahres multifunktionale Parkmöbel entwickelt, die konkret in Form, Material und Konstruktion detailliert wurden. „Erste Entwürfe sahen eine Bar oder Riesensofas vor“, erzählte Prof. Matcha.

Eine Jury wählte aus den eingereichten Entwürfen schließlich ein Möbel aus, das zugleich Sitzgelegenheit und Skulptur ist. Stellvertretend für die verschiedenen Tiere des ehemaligen Zoos wurde jetzt Sonntag als 1:1-Prototyp die Skulptur eines Elefanten im Westpark umgesetzt. Als „Baumaterial“ wurden Pappen verwendet, die ineinandergesteckt und verklebt wurden. Die Form erinnert an die Tiere, die einst im Zoo gehalten wurden. Bei der gestalterischen Umsetzung wirkten auch Studierende des Fachbereichs Gestaltung, betreut von Prof. Eva Kubinyi, mit.

Nun gilt es für die Verantwortlichen des Projekts Sponsoren zu finden, die die Realisierung von langlebigen, multifunktionalen Skulpturen aus Metall oder Holz unterstützen. „Die Visualisierung der Geschichte durch ein oder mehrere beschilderte Möbel, die in den Park integriert werden, und Information sowie Sitzgelegenheit zugleich darstellen, wäre künstlerisch-architektonisch und auch historisch für den Westpark sehr wertvoll“, sagte Prof. Matcha.