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Feuerwehr-Einsatz: Ammoniak bei Lindt in Aachen ausgetreten

Vier Löscheinsätze, einer bei Lindt : Ein stressiger Tag für Aachens Feuerwehr

Ungewöhnlich viele Einsätze haben die Aachener Feuerwehr am Montag herausgefordert. Den Beginn machte in den frühen Morgenstunden ein Sondereinsatz beim Schokoladenhersteller Lindt an der Borchersstraße.

Um 4.53 Uhr schlug dort die automatische Brandmeldeanlage an. Ein Mitarbeiter des Werks meldete kurze Zeit später den Austritt von Ammoniak aus einem Kühlgerät. Vor Ort konnten die ersten Einsatzkräfte schnell den typischen Geruch von Ammoinak wahrnehmen. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt bereits geräumt, alle Mitarbeiter befanden sich in Sicherheit. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind mit gasdichten Chemikalienschutzanzügen und umluftunabhängigem Atemschutz vorgegangen, um erste Messungen vorzunehmen und die Lage zu erkunden.

Die ausgetretene Flüssigkeit wurde anschließend mit speziellem Bindemittel aufgenommen und zur fachgerechten Entsorgung verpackt. Angrenzende Produktionshallen wurden kontrolliert und teilweise gezielt belüftet. Im Anschluss wurde die defekte Maschine durch einen Fachbetrieb außer Betrieb gesetzt.

Über die WarnApp Nina wurde die Bevölkerung über die mögliche Geruchsbelästigung informiert. Eine Gefährdung der Bevölkerung habe laut Feuerwehr jedoch nicht bestanden. Die Messwerte außerhalb des Gebäudes seien stets unterhalb der stoffspezifischen Warnschwelle geblieben.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Zur genauen Ursache für den Kühlmittelaustritt sowie zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Feuerwehr zunächst keine Angaben machen. Der Einsatz war gegen 12.40 Uhr beendet.

Rettungsweg versperrt

Nur zehn Minuten später ging in der Leitstelle die Meldung über einen Wohnungsbrand am Adalbertsteinweg ein. Bei Eintreffen der Löschzüge brannte eine Wohnung im ersten Stockwerk bereits in voller Ausdehnung. Der Bewohner der betroffenen Wohnung hatte sich nach Angaben der Feuerwehr über das Treppenhaus in Sicherheit bringen können. Da die Tür zur Brandwohnung geöffnet war, ist Brandrauch in den Treppenraum eingedrungen, so dass weiteren Hausbewohnern der Rettungsweg versperrt war. Sie konnten sich allerdings über eine auf der Rückseite angebrachte Notleiter in Sicherheit bringen.

Das Feuer konnte durch einen Trupp unter Atemschutz schnell unter Kontrolle gebracht werden. Anschließend wurde das Gebäude mit Hochleistungslüftern der Feuerwehr belüftet. Insgesamt wurden acht Menschen von einem Notarzt untersucht, drei hatten Rauchgase eingeatmet, sie wurden vom Rettungsdienst in Krankenhäuser gebracht. Während der Löscharbeiten war der Adalbertsteinweg stadtauswärts für den Verkehr gesperrt. Der Verkehr wurde durch die Polizei umgeleitet. Zur Brandursache hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Rund 80 Einsatzkräfte wurden gegen 14.05 Uhr zu einem weiteren Einsatz ins Gewerbegebiet Feldchen beordert, wo ersten Meldungen zufolge zahlreiche Lithium-Ionen-Akkus in Brand geraten sein sollten. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass nur zwei Akkus betroffen waren. Der Brand konnte durch einen Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr schnell gelöscht werden, der massive Brandrauch wurde mit Hochleistungslüftern aus dem Gebäude entfernt. Verletzt wurde niemand.

Glimpflich ging ein Kochtopfbrand in einem Haus Am Hoerfeld in Brand aus, der um 15.10 Uhr gemeldet wurde. Die Feuerwehr konnte das brennende Essen schnell vom Herd entfernen. Nach der Belüftung der Räumlichkeiten konnte die Wohnung dem Mieter wieder übergeben werden. Verletzt wurde auch hier niemand.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ammoniak tritt bei Lindt in Aachen aus

(red)