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Kunstwerke konnten gerettet werden: Feuer im Neuen Aachener Kunstverein verhindert Ausstellungseröffnung

Kunstwerke konnten gerettet werden : Feuer im Neuen Aachener Kunstverein verhindert Ausstellungseröffnung

Bei einem Brand im Neuen Aachener Kunstverein ist am frühen Freitagmorgen erheblicher Sachschaden entstanden. Viele Kunstwerke sind verrußt. Die Brandursache ist unklar, NAK-Leiter Maurice Funken schließt eine Brandstiftung aber nicht aus. Die Schau mit Arbeiten von Berit Schneidereit und Markus Saile ist erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben.

Ein Feuer in den frühen Morgenstunden hat am Freitag den Neuen Aachener Kunstverein (NAK) schwer getroffen und verhindert eine für Samstag geplante Ausstellungseröffnung. Wie es zu dem Brand kam, ist nach Angaben der Feuerwehr noch ungeklärt. Demnach wurde der Brand um kurz vor 5 Uhr gemeldet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte standen mehrere Mülltonnen an der Rückseite des Gebäudes in Flammen, das Feuer hatte von dort bereits auf das Innere des Gebäudes und Teile des Dachstuhls übergegriffen. Eine weitere Ausbreitung der Flammen konnte zwar verhindert werden, aber das gesamte Gebäude wurde durch den Brand erheblich verraucht und musste umfangreich belüftet werden.

NAK-Leiter Maurice Funken äußerte sich am Freitagmorgen in einer ersten Reaktion konsterniert. „Wir mussten bereits die letzte Ausstellungseröffnung wegen der Ausbreitung des Coronavirus absagen, und nun verhindert ein Feuer die nächste Ausstellungseröffnung“, sagt er. „Das sind Schwierigkeiten, die man nicht gebrauchen kann.“ Eigentlich wollte Funken am Freitagmittag der Presse die neue Schau mit Werken von Berit Schneidereit und Markus Saile vorstellen. Sie sollte am Samstagnachmittag eröffnet werden. Das ist nun erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Feuerwehr hatte nach Absprache mit Funken, der bereits früh bei dem Brand eingetroffen war, wertvolle Kunstgegenstände aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. „Die Feuerwehr hat schnell reagiert, das hat Schlimmeres verhindert“, sagt Funken. Im Inneren des Gebäudes ist vor allem die Küche direkt von den Flammen betroffen gewesen. Durch die starke Rauchentwicklung sind aber auch die Kunstwerke arg in Mitleidenschaft gezogen worden. „Viele Bilder sind verrußt“, sagt Funken. „Das lässt sich nicht mal eben abwischen. Da kommen aufwändige Reinigungsarbeiten auf uns zu.“ Vor allem die Werke von Markus Sailer – Ölmalerei auf Holz – seien eine Herausforderung. Funken hat bereits Kontakt zu einer Restauratorin aufgenommen, mit der der NAK regelmäßig zusammenarbeitet. Wie lange das dauert, sei schwer abzuschätzen. „Wir müssen erst mal eine Bestandsaufnahme machen“, sagt Funken.

Bei dem Feuer brannten zunächst nur die Mülltonnen, dann zogen die Flammen in die Teeküche, die komplett ausbrannte. Foto: dmp press/Ralf Roeger

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Funken will sich nicht an Spekulationen beteiligen. „Aber Mülltonnen fangen ja nicht einfach so Feuer“, sagt er und will gar nicht darüber nachdenken, ob jemand so etwas absichtlich macht oder eher gedankenlos, falls es sich tatsächlich um eine Brandstiftung handeln sollte. Ausschließen will er das jedenfalls nicht. Der NAK sei gegen solche Ereignisse versichert, erläutert Funken weiter. Allerdings residiert der Kunstverein in einem städtischen Gebäude, und die Stadt Aachen sei sicherlich auch versichert. Auch diese Fragen genau zu klären, wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.