Aachen: Festlicher Klangreigen im Dom

Aachen : Festlicher Klangreigen im Dom

„Faszination Orgel“ heißt das Motto der Orgeltage im Hohen Dom, die innerhalb von zehn Tagen mit vier Konzerten stattfinden. Fünf Organisten stellen in dieser Reihe die renovierte und um drei Register erweiterte Domorgel vor.

Den Beginn machten die beiden frisch installierten Regionalkantoren Friederike Braun, Regionalkantorin für die Region Kempen-Viersen, und Andreas Hoffmann, Regionalkantor für die Region Aachen-Land mit Dienstsitz in der Pfarrei St. Gregor von Burtscheid, die sich das erste Konzert der Serie teilten.

Das Thema dieser „Kathedral-Klänge 2018“ sind Pfingstvertonungen, dem das erste Konzert Rechnung trug mit zwei Sätzen aus Olivier Messiaens „Messe de la Pentecôte“, die Friederike Braun mit Präludium und Fuge D-Dur BWV 532 von Johann Sebastian Bach umrahmte.

Friederike Braun spielte die beiden Bach-Sätze technisch sicher mit einer recht üppigen Registrierung und ansprechender Artikulation. Von den beiden Sätzen aus der Pfingstmesse von Messiaen ist vor allem die „Consécration“ in ihrer kargen Linearität ziemlich schwer zugängliche Kost, während die „Communion“ mit ihren für Messiaen charakteristischen Akkorden und Vogelstimmen-Imitationen dem Hörer eher entgegenkommt.

Die Domorgel, jetzt wieder in ihrem vollem Umfang mit allen drei Werken spielbar, bietet alle klanglichen Voraussetzungen für diese Musik, die sehr stark von Klangfarben lebt. Friederike Braun überzeugte bei der Wiedergabe durch eine farbige Registrierung, die den klanglichen Reichtum der überholten Domorgel unterstrich.

Dies tat auch Andreas Hoffmann mit der Aufführung der einzigen Orgelsonate von Edward Elgar, einem viersätzigen, symphonisch konzipierten Werk, für das die symphonisch disponierte Domorgel geradezu ideale Voraussetzungen bietet. Hoffmann ließ denn auch diese spätromantische, süffige Musik vor allem in den beiden Ecksätzen aufrauschen, während er für die beiden Mittelsätze intimere Klänge fand. Ein wenig unruhig wirkte die Wiedergabe des Andantes, für dessen schöne Melodik sich Hoffmann etwas mehr Zeit hätte nehmen können. Eine durchaus lohnende Begegnung mit einem Werk, das hierzulande selten zu hören ist. Das überschaubare Publikum sparte am Ende nicht mit Beifall für beide Organisten.

Das Programm der Orgeltage auf einen Blick

Donnerstag, 17. Mai: Domorganist Prof. Michael Hoppe spielt Werke von Maquaire, Buxtehude, Grigny, Hakim, Karg-Ehlert, Litaize und Duruflé.

Dienstag, 22. Mai: Prof. Hans Leenders, Organist an der O.L.V.-Basilika Maastricht, spielt Musik aus der Barockzeit, u.a. Johann Sebastian Bach.

Donnerstag, 24. Mai: Markus Eichenlaub, Organist am Dom zu Speyer, spielt Werke von Macmillan, Karg-Ehlert, Bach, Cocherau und Schmidt. Alle Konzerte beginnen um 19 Uhr.