Beliebtes Straßenfest: Festival in der Südstraße fällt in diesem Jahr aus

Beliebtes Straßenfest : Festival in der Südstraße fällt in diesem Jahr aus

An der verflixten 13 sind die Veranstalter des Südstraßenfests dann (vorerst) doch gescheitert: Das beliebte Straßenfest, das seit 2006 in seiner heutigen Form am letzten Septemberwochenende Tausende Aachener mit Konzerten in die Straße lockt, wird dieses Jahr nicht stattfinden.

Das bestätigten die Veranstalter Udo Mays und Rick Opgenoorth am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Die 13. Auflage des Straßenfestivals, dessen Vorläufer mehr als 20 Jahre zurückreichen, verschiebt sich damit auf das kommende Jahr.

Musste den bereits gebuchten Bands wieder absagen: Veranstalter Udo Mays. Foto: Andreas Herrmann

Hintergrund sind die andauernden Bauarbeiten der Stawag. Der Energieversorger saniert seit Frühjahr 2017 in der Südstraße den Kanal und die Versorgungsleitungen für Gas und Wasser. Schon im vergangenen Jahr stand das Südstraßenfest deshalb vorübergehend auf der Kippe. Weil die Stawag zu dem Zeitpunkt aber noch im ersten Bauabschnitt zwischen der Einmündung Boxgraben und der Kreuzung Beethovenstraße buddeln ließ, konnten Mays und Opgenoorth doch noch kurzfristig ihr Festival auf die Beine stellen und Musikfreunde eben auf den oberen Teil der Straße locken.

Mit Beginn des zweiten Bauabschnitts zwischen Beethovenstraße und Reumontstraße ist dies nun aber nicht möglich. „Dieses Jahr können wir leider nicht helfen, auch wenn wir das gerne getan hätten“, sagte Stawag-Sprecherin Eva Wußing. Nach aktuellem Stand sollen die Bauarbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sein.

Die Veranstalter wollten deshalb das Südstraßenfest räumlich eingrenzen und auf den Werk-Kunst-Hof auf dem Gelände der ehemaligen Werkkunstschule an der Reumontstraße verlagern. Dort habe man schließlich schon in den vergangenen Jahren im Rahmen des Südstraßenfests mit einer kleinen Bühne gefeiert, betonte Mays. Auch der übliche Kinderflohmarkt findet dort statt. Kombiniert mit zwei Getränke- und zwei Essensständen, einer kleineren Kunstausstellung und einem DJ-Pult wäre dies für den Inhaber des Hotel Europas eine gute Alternative zum „großen Fest“ auf der Südstraße gewesen.

Die Stadt konnte er mit seinem „Plan B“ allerdings nicht überzeugen. Der Antrag, das Festival auf dem Innenhof zu veranstalten, wurde vor knapp zwei Wochen abgelehnt. Hauptgrund sei die zu befürchtende Lärmbelästigung, wenn sich die Besucher des Straßenfestivals auf einen Innenhof konzentriere, teilte Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage mit. Darüber hinaus gebe es Bedenken, dass die Aufenthaltsfläche, die vor anderthalb Jahren aufwendig mit Spielgeräten für Kinder und Jugendliche, einem Bolzplatz und einem neuen Rasen ausgestattet worden seien, durch die hohe Anzahl an Besuchern — in der Vergangenheit waren es bis zu 2500 — beschädigt werden könnten.

Udo Mays kann diese Bedenken indes nicht nachvollziehen. „Wir haben extra nur Bands ausgewählt, die damit zufrieden gewesen wären, wenn sie nur mit geringer Lautstärke spielen“, so Mays. Schließlich sollte das Südstraßenfest auch in komprimierter Form ein Fest für die ganze Familie sein. Den bereits angefragten Bands — ein gutes Dutzend — habe er nun wieder abgesagt. „Für die Musiker ist das natürlich auch ärgerlich.“ Sogar eine Band aus Russland hatte er in der Pipeline.

Der Frust sitzt bei Mays entsprechend tief. Zumal er von Anfang an die Bereitschaft betont habe, die Anzahl der Besucher auf das gewünschte Maß zu reduzieren und für jegliche Gegenvorschläge offen gewesen wäre. Nicht nur der Veranstalter ist enttäuscht. Auch die Anwohner der Südstraße seien sauer, berichtet Mays. Die müssen sich nun bis 2019 gedulden.

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