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Aachen: „Fest der Begegnung“: Integration im Zeichen des Sports

Aachen : „Fest der Begegnung“: Integration im Zeichen des Sports

„Fest der Begegnung“ — der Name ist Programm. Unter dieser Überschrift findet am Samstag, 5. Mai zum 35. Mal eine Veranstaltung statt, die sich im Laufe der Zeit zum festen Treffpunkt von Jung und Alt, Klein und Groß und natürlich von Menschen mit und ohne Behinderung gemausert hat.

Heute ist das Fest der Begegnung eine akzeptierte offene Zusammenkunft derer, die sich ihre Wahrnehmung in den vergangenen Jahrzehnten intensiv erarbeitet haben.

An diesem Tag wird ebenfalls der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen, ein passender Anlass also. Bei den ersten Festen der Begegnung waren die Kontakte der Verbände untereinander eher unkoordiniert, Menschen mit Behinderung hatten ihren Platz in unserer Gesellschaft noch nicht gefunden.

Das hat sich geändert, Inklusion in den Schulen ist nur ein Aspekt, der das Zusammenleben für Menschen mit Behinderung gerechter macht. Die bisherigen Feste der Begegnung fanden immer in der Innenstadt. In diesem Jahr wagt die Stadt Aachen als Veranstalter den Schritt auf den Vorplatz des Tivoli. „Die große Überschrift heißt in diesem Jahr Sport“, erklärt die Behindertenbeauftragte der Stadt, Ingeborg Jansen, den Platzwechsel. Das Fußballstadion als Synonym für Bewegung, Aktion und Beweglichkeit biete einen perfekten Rahmen für das Programm.

Ab 11 Uhr werden unterschiedliche Darbietungen für Unterhaltung sorgen, eine große Bühne wird die Protagonisten ins rechte Bild rücken. Den Anfang macht die integrative Trommlergruppe Youngstar Drumming der Viktor-Frankl-Schule, es folgen eine Tanzgruppe der ADTV Tanzschule und der Gebärdenchor Hands Up. Brasilianisches Flair verbreitet Capoiera Siao, eine Voltigiergruppe von Tabalingo wird ihre Kunststücke auf dem Air Horse, einem aufblasbaren Trainingspferd vorführen und vieles mehr. Es wird also lebhaft rund um den schwarz-gelben Tempel.

Natürlich dürfen die Hausherren dabei nicht fehlen, Spieler der Alemannia werden für eine Autogrammstunde vorbeischauen. Und wer sich selbst körperlich betätigen möchte, kann das natürlich auch machen: Ein kleines Fußballfeld wird aufgebaut. Oder man wechselt einmal komplett die Perspektive, setzt sich zum Rollstuhlhockey in einen Rollstuhl und versucht nachzuvollziehen, was Menschen mit Behinderung zu leisten imstande sind. Integratives Judo, Rolli-Handball mit dem BTB, TriBike fahren oder Tischtennis spielen, für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein.

Nebenbei können sich Interessierte darüber informieren, wo Menschen mit Behinderung Sport treiben können, was es für Hilfsangebote der Stadt gibt und an wen man sich bei Fragen wendet. Sina Eghbalpour, Inklusionsmanagerin beim Stadtsportbund, ist eine dieser Anlaufstellen. Sie freut sich auf das Fest, weiß sie doch um die verbindende Wirkung des Sportes. „Anders als auf anderen Gebieten sind beim Sport die Grenzen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung längst gefallen. Hier kann man unkompliziert zusammenkommen“, erklärt sie den Sinn der Veranstaltung. Bis 17 Uhr ist das Programm geplant.