Brand: Fehlende Kita-Plätze in Brand: Besorgte Eltern überreichen Unterschriften

Brand: Fehlende Kita-Plätze in Brand: Besorgte Eltern überreichen Unterschriften

„Die Versorgung mit Kita-Plätzen ist im Stadtbezirk Brand mit 81,7 Prozent für Ü3-Kinder und 34,4 Prozent für U3-Kinder insgesamt am schlechtesten in der ganzen Stadt Aachen“, stellte Lorenz Hellmann, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Brand, fest.

Die Sozialdemokraten weisen daher in einem Antrag auf die Missstände in Brand deutlich hin. Der neue Kindertagesstättenbedarfsplan für 2016/17 sage unabhängig vom geplanten Neubau im Kollenbruch aus, dass „Bedarf für weitere Maßnahmen zur Erreichung der Zielvereinbarungsquote von 50 Prozent im U3-Bereich bestehe.

Auch im Ü3-Bereich bestehe aufgrund der niedrigen Versorgungsquote Handlungsbedarf“, heißt es in dem Schreiben. Gerade in jüngster Vergangenheit seien mit den Gebieten „Im Gödersfeld“, „Vennbahnbogen“ und „Bobenden“ drei neue Wohngebiete erschlossen worden. In der Planung seien zudem noch weitere Wohngebiete: das ehemalige OBI-Gelände an der Eilendorfer Straße, das Gelände des Sportplatzes von Borussia Brand, der Bebauungsplan 943 (Rombachstraße/Vennbahnweg) und das Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Becker.

Mit dem Bau einer neuen Kita im Kollenbruch werde der Bedarf an Kitaplätzen erkennbar nicht gedeckt werden können. Die SPD fordert die Verwaltung daher auf, im Zuge der Erschließung der neuen Wohngebiete die Bereitstellung weiterer Kitaplätze parallel zu planen. Ab 2017 sollten entsprechende Mittel im städtischen Haushalt vorgesehen werden, damit spätestens 2020 die neue Kita bezogen werden könne, wünscht die SPD.

Die gleichen Sorgen bringt auch die CDU-Fraktion zum Ausdruck. Iris Lürken wies darauf hin, dass ihre Fraktion vermehrt von verzweifelten Eltern, die große Schwierigkeiten hätten, für ihre Kinder in Brand einen Kita-Platz für das kommende Kita-Jahr ab dem 1. August zu bekommen, kontaktiere werde. „Dieser Zustand ist unhaltbar“, heißt es in dem Antrag.

In der Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner dokumentierten die Eltern Michaela Pollakowski, Daniela Balter und Sarra Benhadid-Kutsch mit der Übergabe von etwa 450 Unterschriften an Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns (CDU), wie sehr den Familien in Brand das Anliegen auf den Nägeln brennt.

Michaela Pollakowski hat bereits am 11. März 2014 ihren Sohn über das städtische Kita-Portal in etlichen Kindergärten angemeldet. Bisher habe es aber nur Absagen gehagelt. Auch in kirchlichen Einrichtungen habe man derzeit kaum eine Chance. „Wir brauchen in Brand einfach mehr Kita-Plätze“, fordern die Eltern daher im Schulterschluss und wollen mit einem Einwohnerantrag auf den Stadtrat mehr „Druck ausüben.“

Die Eltern beantragen die Schaffung von weiteren U3-Betreuungsplätzen im Sozialraum Aachen-Brand zur Erreichung der Zielversorgungsquote von 50 Prozent im U3-Bereich bis Ende 2016 sowie den Erhalt der „Lila“-Gruppe für U3-Plätze im Auslagerungsstandort Schagenstraße für Kinder mit Wohnort Aachen-Brand.

Das fehlende Betreuungsangebot in Brand stelle nicht nur Familien vor erhebliche Herausforderungen, sondern mindere auch die Attraktivität eines Stadtteils, heißt es weiter.

Mehr von Aachener Zeitung