Aachen: FDP überzeugt: „Planungen am Büchel sind tot“

Aachen: FDP überzeugt: „Planungen am Büchel sind tot“

„Die Planungen für das Alstadtquartier Büchel sind tot.“ Da sind sich die FDP-Politiker Wilhelm Helg, Joachim Moselage und Peter Blum sicher. Denn es sei schlichtweg unmöglich, die Sicherheitsbedenken der Polizei und die Forderung der Investoren nach einer Abschottung des geplanten Laufhauses in Einklang zu bringen.

Fakt ist: Am Donnerstag hatte es das von der Polizei dringend eingeforderte ausführliche Gespräch zwischen den Spitzen der Behörde und Planungsdezernent Werner Wingenfeld gegeben. Dort überreichten Polizeipräsident Dirk Weinspach sowie seine Spitzenbeamten Helmut Lennartz und Armin von Ramsch eine umfangreiche Stellungnahme der Polizei zu diesem Thema, die ins Bebauungsplanverfahren einfließen soll. Das bestätigte Polizeisprecher Paul Kemen auf Anfrage. Zu Details wollen sich indes Stadt und Polizei nicht äußern.

Dem Vernehmen nach hat die Polizei vorgetragen, was der Polizeipräsident im Sommer bereits öffentlich gemacht hatte. Die Behörde spricht sich vehement gegen eine Unterbrechung der Antoniusstraße durch einen Baukörper aus. Denn dann würde diese zur Sackgasse. Die Polizei pocht darauf, dass die Antoniusstraße für Einsatzkräfte von beiden Seiten aus anfahrbar sein muss.

Ein weiterer Punkt: Nicht nur in dem neuen Laufhaus, sondern auch in zwei gegenüberliegenden Gebäuden soll es weiterhin Prostitution geben, wobei laut Plänen beide Seiten mit einer Art Brücke verbunden werden sollen. Das stellt aus Sicht der Polizei jedoch im Einsatzfall einen möglichen Fluchtweg für Kriminelle dar. Weinspach hatte bereits betont, dass die Polizei eine Auslagerung der Bordelle aus der City für sinnvoll hält.

Auf der anderen Seite pochen die Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren auf Abmachungen mit der Stadt hinsichtlich der optischen und baulichen Abschottung der Bordelle — wenn sie schon da bleiben sollen — hin zur geplanten und nur wenige Meter entfernten Wohnbebauung. Ohne diese Maßnahme wollen sie nicht bauen. In der Vergangenheit hatten sie mehrfach betont, dass sie ebenfalls eine Auslagerung für sinnvoller halten.

Die FDP sagt, dass man die Bedenken der Polizei nicht ignorieren könne. Seit Jahren plädieren die Liberalen für eine Verlagerung. Die starre Haltung der anderen Parteien und deren Kritik an OB Marcel Philipp, der an einer Liste mit Alternativstandorten arbeitet, sei nicht nachvollziehbar: „Der OB tut, was ein OB tun muss“, so Blum. Es gehe um die Zukunft der Innenstadt und eine „einmalige Chance“, die leichtfertig vergeben werde.