Aachen: FDP sucht neue Wege ins Gewerbegebiet Avantis

Aachen: FDP sucht neue Wege ins Gewerbegebiet Avantis

Die FDP ist auf der Suche nach neuen Wegen - zu einem mittlerweile auch schon einige Jährchen alten Ziel. Das Gewerbegebiet Avantis auf der deutsch-niederländischen Grenze, das vor einem guten Jahrzehnt noch 10.000 neue Arbeitsplätze versprach, wollen die Liberalen besser an die Aachener City anbinden.

Denn in der schlechten Erschließung des von Gewerbe weitgehend verschmähten Gebiets sieht die FDP einen „wichtigen Grund für die mangelnde Ansiedlung”. Schließlich sei das Areal nur über die Autobahn vernünftig erreichbar.

Per Ratsantrag will man die Verwaltung nun beauftragen, neue Wege aus Richtung Aachen sowie aus Richtung Kohlscheid zu untersuchen. Dabei hat die FDP drei konkrete Vorschläge parat, die auf eine mögliche Realisierung und damit verbundene Kosten geprüft werden sollen.

Variante 1: Vom Vetschauer Weg aus kommend wird der zum Gewerbegebiet führende Siberpatweg, der heute ein schmaler Weg ist, ausgebaut.

Variante 2: Aus Richtung Horbach wird von der Ecke Oberndorfstraße/Laurensberger Straße der Bocholtzer Weg „ertüchtigt”, damit das Blech dort entlang nach Avantis rollen kann.

Variante 3: Hier wird bei der Erschließung ebenfalls vom Vetschauer Weg aus ein Bogen über das niederländische Bocholtz geschlagen, der ebenfalls über Feldwege führt und dabei zwei Mal die Autobahn schneidet.

Außerdem enthält der Antrag den Auftrag an die Verwaltung, mit der Aseag zu verhandeln, wie Avantis besser per Bus an die City und an den Hochschulbereich angebunden werden kann.

„Diese Idee ist schon etwas älter, es gab keinen konkreten aktuellen Anlass für diesen Antrag”, räumt Wulf Pabst, verkehrspolitischer Sprecher der FDP, auf Anfrage ein.

Man habe in der Fraktion über Avantis diskutiert und glaube, dass wegen der schlechten Verkehrsanbindung in dem Projekt der Wurm stecke - auch wenn einem diesbezügliche Klagen von eigentlich ansiedlungswilligen Firmen nicht zu Ohren gekommen seien, wie Pabst auf Nachfrage ebenfalls einräumt.

Dass eine neue Erschließung für das Gewerbegebiet, die den Verkehrsfluss aus der Stadt durch Laurensberg, Vetschau und Horbach verstärken würde, die Anwohner im Aachener Nordwesten auf die Barrikaden bringen könnte, ficht die Liberalen (noch) nicht an.

„Das kann schon sein, aber dann müsste man eben gucken, welche Verkehrsführung die günstigste ist”, sagt Pabst.

Und er betont, dass das Ganze „ein Anstoß zur Diskussion” sein soll: „Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir auf Avantis etwas erreichen wollen oder nicht. Wir meinen, dass es so wie jetzt auch nicht bleiben kann.”

Mehr von Aachener Zeitung