Oche: Fastelovvend-Finale inklusive Frühlingsgefühl

Oche: Fastelovvend-Finale inklusive Frühlingsgefühl

Nä Kenger, hü wore de Jecke at wörrem flotter als die Feuerwehr! Noch elf Minuten bis 11.11 Uhr - und janz Botsched schwelgt längst im närrischen Freudentaumel, bevor die Öcher Spritzemänner endlich volles Rohr zum Angriff aufs Abteitor blasen. Janz Botsched? Sicher dat!

Sogar mancher (echte!) Doktor schwoft an den Fensterbänken der juten alten Rheumaklinik mit - und verschreibt sich selbst die schönste Jümmenastik-Therapie der Saison. Diagnose: Schunkelfieber durch extrem gefährlichen, unkaputtbaren Wiver-Virus, zum Glück völlig ohne Hoffnung auf Heilung vor nächsten Mittwoch, wa.

Selbst der hellije Pit hat sich von den Möhnen sowas um den Finger wickeln lassen und sorgt dafür, dass das Sönnchen die Massen mit stundenlangen Dauerbützchen verzückt. Kein Wunder: Schließlich brennen die Spritzemänner zu ihrem vier Mal elften Geburtstag ein Feuerwerk des Frohsinns vor tausenden von Fans ab.

Am Markt, wo die Oecher Penn traditionell an Wiverfastelovvend zum Schunkeln bittet, ist das dagegen mit dem Sönnchen so eine Sache. Natürlich scheint es da auch, bloß erreichen die wärmenden Strahlen die Wiver op d´r Maat nicht wirklich - so ist das nunmal, wenn man im Schatten des Rathauses feiert... Und wohl deshalb halten auch nicht alle Närrinnen das zweistündige Programm in Gänze durch.

Penn-Kommandant Jürgen Brammertz erwärmt sich gleichwohl am „Kaiserwetter zum Frauentag, und es ist ja auch wirklich richtig schön. Zum Beispiel für Oberbürgermeister Marcel Philipp, der als „weltbester Bürgermeister” umjubelt wird und einen Printen-Rathausschlüssel an die Narrenherrscher übergibt. Dabei strahlt er über das ganze Gesicht, denn: „Ich habe jetzt frei bis Aschermittwoch!”

Ordnungsamt und Malteser Hilfsdienst können dem närrischen Treiben rund um Dom und Rathaus mit ziemlicher Gelassenheit zusehen. Bis zum Ende des offiziellen jecken Treibens werden gerade einmal acht Personen in der Malteser-Station im ehemaligen Café Extrablatt versorgt. Zwei haben extrem zu tief ins Glas geschaut, sechs andere verletzten sich bei Raufereien oder bei Stürzen im Gedränge. Auch Armin Bergstein, Einsatzleiter des städtischen Ordnungsdienstes, kann am späten Nachmittag melden: „Alles war sehr ruhig.” Die einzigen Probleme haben Menschen bereitet, die den Markt zum öffentlichen Pissoir machen wollten. Mehrere „Wildpinkler” bekamen die Rote Karte.