Unterschriftenaktion: Fast jeder sechste Wahlberechtigte unterstützt den Radentscheid

Unterschriftenaktion : Fast jeder sechste Wahlberechtigte unterstützt den Radentscheid

Die Christdemokraten sollten sich schon mal warm anziehen. „Die CDU holen wir noch ein“, verkündet das Kernteam des Radentscheids Aachen am Donnerstag optimistisch in einer Pressemitteilung – mit einem Augenzwinkern, versteht sich. Denn das fünfköpfige Team hat ein sportliches Ziel: Mindestens 36.872 Unterschriften will es bis zum Herbst sammeln.

Genauso viele Stimmen hatte die CDU bei der Kommunalwahl 2014 für sich gewonnen und war damit stärkste Kraft im Aachener Stadtrat geworden. Unrealistisch ist der Wunsch von Almuth Schauber, Claudius Wettstein, Jan van den Hurk, Relindis Becker und Steffen van Bergerem, diese Marke im Idealfall noch zu knacken, nicht. Schon jetzt hat das Bürgerbegehren 30.667 Unterstützer für eine bessere und vor allem sicherere Fahrrad-Infrastruktur hinter sich. „Damit hat fast jeder sechste kommunalwahlberechtigte Mensch in Aachen unterzeichnet“, hat das Team berechnet. Ein guter Ausgangspunkt für den Start in die letzte Phase der Unterschriftensammlung.

Schon jetzt hat der Radentscheid seine anfänglichen Bestrebungen längst übertroffen. Mindestens 8000 Unterschriften waren nötig, damit sich der Rat der Stadt mit den Forderungen zur Verbesserung des Radverkehrs in Aachen befasst. Im Frühjahr hatte Jan van den Hurk, einer der Sprecher des Teams, noch von erhofften 20.000 Unterschriften gesprochen. Innerhalb von zwei Monaten hatte man diese Zahl längst hinter sich gelassen.

Doch es soll weitergehen: Bis der Radentscheid auf der Tagesordnung im Rat steht, wird weiter gesammelt. Im November könne das nach Einschätzung der Aktiven der Fall sein. Bis dahin soll die Kampagne ab Mitte September mit einer großangelegten Plakataktion im öffentlichen Raum beworben werden. 50 Citylights und mehr als 120 Plakate an Stromkästen werden mit dem Slogan „Aachen gestalten – Sichere Wege für alle“ auf den Radentscheid aufmerksam machen, teilt das Kernteam mit. Unterstützt wird die Plakataktion durch die Aseag. „Mit Bus und Fahrrad ist man in Aachen umweltfreundlich unterwegs. Das ist zukunftsfähige Mobilität. Und die muss auch sicher sein“, teilt Aseag-Vorstand Michael Carmincke in dem Schreiben mit. Radentscheid-Mitinitiator Steffen van Bergerem betont die große Bedeutung der Partnerschaft mit dem Aachener Verkehrsunternehmen: „Wir wollen ein Miteinander, kein Gegeneinander auf unseren Straßen. Sichere und vor allem getrennte Radwege, abseits von Busspuren und Gehwegen, das ist der richtige Weg, um Unfälle zu minimieren, für mehr Sicherheit für alle und für besseren Verkehrsfluss zu sorgen.“

Um mindestens genauso stark wie die CDU nach der Kommunalwahl im Stadtrat aufzutreten, haben die Initiatoren des Radentscheid schon früh Kontakt zur Politik aufgenommen. „Es gibt Signale für eine breite Mehrheit“, sagt Almuth Schauber vom Kernteam des Radentscheids am Donnerstag auf Anfrage. „Wir sind zuversichtlich, dass es zu guten Entscheidungen kommt.“ Bei Facebook haben einige Parteien ihre Unterstützung bereits öffentlich gemacht: SPD, Grüne, Piraten, Linke und UWG haben entsprechende Videobotschaften in dem Sozialen Netzwerk gepostet. Und auch darüber hinaus wird der breite Zuspruch für eine bessere Radinfrastruktur auf der Facebook-Seite des Radentscheids deutlich zu erkennen: Zu den Unterstützern gehören unter anderem e.Go-Geschäftsführer Günther Schuh, Streetscooter-Mitbegründer Achim Kampker und Jörg Schmadtke, ehemals Sportdirektor bei Alemannia Aachen und heute Sport-Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg.

(akas)
Mehr von Aachener Zeitung