Aachen: Familiendrama in zwei Akten: Vater und Sohn bekommen Fahrverbot

Aachen : Familiendrama in zwei Akten: Vater und Sohn bekommen Fahrverbot

Dass Sprichwörter ihre Alltagstauglichkeit gelegentlich auch im Polizeialltag unter Beweis stellen, so beginnt ein Bericht der Aachener Polizei vom Dienstag, zeige ein Vorfall vom Pfingstsonntag. Das passende Sprichwort heißt: „Wie der Vater, so der Sohn“. Die Darsteller des Familiendramas in zwei Akten waren ein autofahrender junger Heißsporn aus Belgien und sein Erzeuger.

Morgens um 7.30 Uhr sei der 19-Jährige in der Aachener Innenstadt unangenehm aufgefallen, berichtete Polizeisprecher Paul Kemen am Dienstag. In überaus gefährlicher Fahrweise sei der junge Mann durch die Straßen gerast, deutlich zu schnell, mit quietschenden und durchdrehenden Reifen um Ecken gedriftet und schließlich - gewollt oder ungewollt - auf einem Schotterparkplatz zum Stehen gekommen.

Die Polizei, die den überwiegenden Teil der gefährlichen Darbietung mitbekommen hatte, stellte den selbsternannten Rennfahrernachwuchs zur Rede. Dabei fiel auf, dass der junge Mann eine deutliche Fahne hatte. Da auch der Alkoholtest positiv ausfiel, wurde der 19-Jährige zwecks Blutprobe im Streifenwagen zur Wache gebracht.

„Da erbost über die polizeilichen Maßnahmen, wollte er dort sein Sportler-Multitalent unter Beweis stellen - dieses Mal als Boxer gegenüber einem Polizisten -, sah von diesem Vorhaben jedoch recht schnell ab“, berichtete Kemen.

Einen Führerschein besaß der junge Mann erst gar nicht, den Autoschlüssel nahmen ihm die Beamten ab. Nach der Blutprobe ging es in die Ausnüchterungszelle, später dann nach Hause.

Dasselbe noch einmal

Soweit das erste Kapitel des Familiendramas. Am Nachmittag schauten der 19-Jährige und sein Vater erneut bei der Innenstadtwache vorbei, um den Wagenschlüssel für das Auto des 19-Jährigen abzuholen, das immer noch auf dem Schotterparkplatz stand.

Die bearbeitenden Beamten hatten dabei ein Déjà-vu-Erlebnis, das Geschehen wiederholte sich nämlich: Auch der Vater hatte nämlich eine Fahne und, wie sich herausstellte, ebenfalls Alkohol getrunken. Obwohl er im Auto angereist war.

„Die folgende Prozedur war ja nun interfamiliär hinlänglich bekannt“, schilderte Kemen den weiteren Ablauf: „Alkoholtest, Blutprobe und Sicherstellung des väterlichen Führerscheins“.

Vater und Sohn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr. Die Akte des Sohnes wird noch etwas dicker werden: Bei ihm kommt ja noch Fahren ohne Fahrerlaubnis hinzu.

Der Polizeibericht endet mit dem Satz: „Wie das Auto später nach Hause gekommen ist, blieb unklar.“

(red/pol)
Mehr von Aachener Zeitung