Aachen: Falsche Fünfziger in der Bahnhofskasse

Aachen: Falsche Fünfziger in der Bahnhofskasse

Falsche Fünfziger sorgen im Aachener Hauptbahnhof für Ärger und rufen die Polizei auf den Plan.

Seit Mitte Februar wurden 18 gefälschte 50-Euro-Scheine in den Bahnhoflokalen und im unmittelbaren Umfeld entdeckt, vor allem in einem Schnellimbiss. Dort wurde zwischenzeitlich die Annahme von Fünfzigern verweigert.

Im Tabak- und Blumengeschäft von Günther Rohn ist bislang noch kein Falschgeld aufgetaucht. Trotzdem ist der Eigentümer des Ladens in der Bahnhofshalle in diesen Tagen besonders aufmerksam - kennt die Fälle aus den anderen Geschäften im Bahnhof.

„Ich lasse jeden Schein durch die Finger gleiten, spüre ich dann mit dem Daumen keine Blindenschrift, dann ziehe ich den Schein durch unseren Scanner.”

Die Polizei hört dies gerne, mahnt zu erhöhter Aufmerksamkeit und hat die Ermittlungen aufgenommen. Pressesprecherin Iris Wüster spricht von „gut gefälschten” Banknoten, die im Umlauf seien.

Nach AZ-Informationen enden die gefälschten Scheine auf die Seriennummer 133. „Wer einen 50-Euro-Schein bekommt, sollte unbedingt die Sicherheitsmerkmale überprüfen”, sagt Wüster.

Die Echtheit von Banknoten lässt sich vor allem durch die „Fühlen-Sehen-Kippen-Methode” prüfen. Gefühlt werden kann die einzigartige Struktur der Banknote, die durch eine besondere Drucktechnik entsteht.

Die Abkürzung der Europäischen Zentralbank, die Wertzahlen und die Abbildungen der Fenster beziehungsweise Tore heben sich von der Oberfläche ab. Allerdings können durch Alter und Abnutzung diese Eigenschaften teilweise verloren gehen.

Im Gegenlicht betrachtet können das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und das Durchsichtsregister gesehen werden. Alle drei Merkmale sind sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite echter Banknoten zu erkennen.

Beim Kippen einer Banknote erscheint als Hologramm auf der Vorderseite das Euro-Symbol und die Wertbezeichnung im Folienstreifen beziehungsweise das Architekturmotiv und die Wertbezeichnung im Folienelement.

Auf der Rückseite wird beim Kippen der Banknote der Glanzeffekt des aufgebrachten Iriodinstreifens (Perlglanzstreifen) sichtbar beziehungsweise die optisch variable Farbe deutlich. Besonders beim Kipptest lassen sich die gefälschten Fünfziger enttarnen.

Laut Bundesbank sind die meisten anfallenden Fälschungen überwiegend mit Farbkopierern oder Farbdruckern hergestellt und als Fälschungen zu erkennen, wenn die Sicherheitsmerkmale geprüft werden.

„Fälscher konzentrieren sich meistens bei der Nachahmung auf ein oder wenige Sicherheitsmerkmale, so dass es deshalb ratsam ist, mehrere Merkmale zu prüfen”, heißt es in einem Leitfaden der Bundesbank.

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