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Stadtmeisterschaft 2022: Faire Spiele, glückliche Sieger und zufriedene Organisatoren

Stadtmeisterschaft 2022 : Faire Spiele, glückliche Sieger und zufriedene Organisatoren

Die 35. Fußball-Stadtmeisterschaft kürt den Titelverteidiger Eintracht Verlautenheide. Nach zahlreichen Hürden im Vorfeld hat der DJK FV Haaren ein erfolgreiches Turnier ausgetragen.

Die 35. Fußball-Stadtmeisterschaft um den Sparkassenpokal ist vorbei, ein sportlich faires Turnier mit einer herausragenden Organisation und einem verdienten Sieger fand am Samstag seinen Abschluss mit dem Finale, in dem Eintracht Verlautenheide seinen Titel von 2019 verteidigen konnte. 2020 und 2021 waren die Turniere wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden.

In diesem Jahr wollten die Amateurfußballer auf jeden Fall wieder ihren Stadtmeister küren, aber es gab Probleme. Der eigentlich vorgesehene Ausrichter Westwacht Aachen konnte wegen Personalproblemen das Turnier nicht durchführen und bat Leo Pennings und Adi Hermanns, Geschäftsführer und Vorsitzender der DJK FV Haaren um Hilfe. Die beiden sprangen in die Bresche und organisierten kurzfristig die diesjährigen Meisterschaften auf der Anlage an der Neuköllner Straße.

Aufgrund der Kürze der Zeit war es nur 18 Vereinen möglich, am Turnier teilzunehmen, die Planungen der Vorbereitungsphase auf die anstehende Saison waren vielerorts schon abgeschlossen. Dann der Schock: Kurz nach der Auslosung verstarb Pennings völlig unerwartet, er hinterließ eine große Lücke im Aachener Amateurfußball und erst recht bei seinem Haarener Verein.

Adi Hermanns und sein Team übernahmen alles Weitere, die Hauptarbeit war schließlich von Pennings schon verrichtet worden. „Das hat uns natürlich umgehauen“, blickt Hermanns auf diese Tage zurück, aber er, Kassierer Karl Bellefroid und Franz-Josef Heuser scharten viele treue Mitglieder um sich und brachten die neun Turniertage problemlos über die Bühne.

 Das Schiedsrichtergespann und die Fußballer des Finalspiels Eintracht Verlautenheide gegen Arminia Eilendorf gedenken dem verstorbenen Geschäftsführer Leo Pennings.
Das Schiedsrichtergespann und die Fußballer des Finalspiels Eintracht Verlautenheide gegen Arminia Eilendorf gedenken dem verstorbenen Geschäftsführer Leo Pennings. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Gleichzeitig wurde im Vorfeld bereits klar, dass sich bei den Planungen für die kommenden Jahre etwas verändern wird, die Vereine stehen diesbezüglich in Kontakt und werden in naher Zukunft ein Treffen zum Thema Stadtmeisterschaft organisieren. In Haaren wurde aber auch deutlich, dass es wie in vielen Vereinen daran hapert, die jüngeren Kräfte in die Vereinsarbeit einzubinden, eine Aufgabe für die Zukunft.

Die sieht in Haaren deutlich positiver aus als in vielen anderen Aachener Sportvereinen. Untrügliches Zeichen hierfür sind die Outdoorhalle und der kleine Kunstrasenplatz direkt daneben, die kurz vor der Fertigstellung stehen und deren Eröffnung für den 24. August geplant ist. „Davon versprechen wir uns noch einmal einen Schub sowohl für unsere Jugendabteilung als auch für andere Sportarten, die so zusätzliche Trainingsmöglichkeiten bekommen“, blickte Hermanns optimistisch in die Zukunft und freut sich ebenfalls über eine gut funktionierende Kooperation mit Eintracht Verlautenheide, die Zusammenarbeit zwischen den Vorständen klappt vorzüglich.

In diesem Umfeld fand nun die aktuelle Stadtmeisterschaft in Haaren statt. Sechs Vorrundengruppen suchten die jeweiligen Sieger. Es waren die Mannschaften aus Verlautenheide, Raspo Brand, Inde Hahn, Gastgeber Haaren, SV Eilendorf und Arminia Eilendorf, die sich in teilweise gutklassigen Spielen für die beiden Zwischenrundengruppen qualifizierten.

 Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer hätte die Fußball-Stadtmeisterschaft 2022 nicht so reibungslos ablaufen können.
Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer hätte die Fußball-Stadtmeisterschaft 2022 nicht so reibungslos ablaufen können. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

In der Zwischenrundengruppe 1 konnten sich Verlautenheide für das Finale und Inde Hahn etwas überraschend für das Spiel um den dritten Platz qualifizieren, in der zweiten Gruppe erreichte Arminia Eilendorf durch einen Treffer kurz vor Spielschluss gegen den Lokalrivalen SV Eilendorf das Finale, der SV erwartete die Hahner im kleinen Finale. Hier ließ der Landesligist aus Eilendorf dem neuen A-Ligisten beim 4:1 keine Chance, die spielerischen Möglichkeiten der Eilendorfer waren zu eindeutig.

In Vor- und Zwischenrunde hatte Eintracht Verlautenheide durchaus zu beeindrucken gewusst und ging leicht favorisiert ins ligainterne Landesligaduell mit Arminia Eilendorf. Von Beginn an war Verlautenheide die spielbestimmende Mannschaft, über eine frühe deutliche Führung des Gegners hätten sich die Eilendorfer nicht beschweren dürfen. Trotz vieler guter Einschussmöglichkeiten reichte es für Verlautenheide nur zu einer mageren 1:0 Halbzeitführung durch Amir Jaidi, deutlich zu wenig.

Als zu Beginn der zweiten Hälfte noch einige Hochkaräter liegen blieben, kam die alte Fußballweisheit wieder zur Geltung. Wer vorne nicht vollendet, fängt hinten ein Gegentor. Henry Gardemann nutzte einen Fehler in der Eintracht-Hintermannschaft und egalisierte für Eilendorf. Die Arminia witterte Morgenluft, doch ein starker Konter wurde von Moritz Klein zur erneuten Führung des Titelverteidigers genutzt. Gleich im Gegenzug gab die Arminia die richtige Antwort, ein wunderbar getretener Freistoß von Patrick Wirtz schlug im linken Winkel des Verlautenheidener Tores ein, ein Tor des Monats, der Ausgleich, 2:2.

Obwohl Verlautenheide noch einige gute Chancen kreierte, blieb es beim Unentschieden, die Entscheidung musste vom Punkt fallen. Hier erwiesen sich die Eintrachtspieler als etwas treffsicherer, das Duell aus elf Metern endete 4:3 für Verlautenheide.

Der alte war auch der neue Stadtmeister, die Party in Blau konnte beginnen. Erst recht, nachdem neben dem Pokal auch die Geldprämien des Hauptsponsors Sparkasse Aachen den Weg in die Hände der Verantwortlichen gefunden hatten. Daneben hatte die Therme Aachen für täglich neue Bälle gesorgt, auch eine tolle Unterstützung für den Veranstalter.

„Ohne diese Hilfe wäre ein solche Turnier nicht durchführbar“, lautete dann auch das Fazit von Adi Hermanns. Der Gebietsleiter Vertrieb der Sparkasse Aachen, Andreas Kreitz, versicherte den zukünftigen Veranstaltern abschließend weitere Unterstützung zu. „Solange eine solch tolle ehrenamtliche Arbeit bei den Vereinen verrichtet wird, sind wir immer an der Seite der Amateursportler“.

In Haaren beginnt nun das große Aufräumen, aber nur kurzfristig. Denn am 24. September findet schließlich mit der Einweihung der neuen Sportstätten der nächste Höhepunkt statt.