Fahrtkostenübernahme: Stadt Aachen kommt bei den Anträgen nicht nach

Zu Beginn des neuen Schuljahrs : 900 Schüler sind ohne gültiges Busticket unterwegs

Das neue Schuljahr hat schon angefangen, aber an die 900 Schülerinnen und Schüler in Aachen sind noch ohne gültiges Busticket unterwegs. Das hat die Stadt Aachen am Donnerstag, einen Tag nach dem offiziellen Schulbeginn, mitgeteilt.

Rund 900 Anträge auf Übernahme der Schülerfahrkosten seien derzeit noch unbearbeitet, hieß es aus dem städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule. Betroffene Schüler müssen laut Stadt bei Kontrollen im Bus aber keine Schwierigkeiten befürchten.

Die Verwaltung macht neue, zeitintensive Aufgaben und einen personellen Umbau innerhalb der zuständigen Abteilung für den Rückstau verantwortlich. Dadurch sei die Sichtung der Anträge in Verzug geraten. Mittlerweile sei aber nachgebessert worden, so dass die Bearbeitung der Anträge nun zügiger über die Bühne gehe. Eine Prognose, wann alle Anträge bearbeitet sein werden, gab es am Donnerstag aber nicht.

Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Stadt als Schulträger die Kosten für die Fahrt zur Schule. Für die Berechnung zugrunde gelegt wird jeweils die nächstgelegene Schule in der Schulform, die das Kind besucht. Grundsätzlich gilt: Wohnt ein Grundschulkind mehr als zwei Kilometer von der nächstgelegenen Grundschule entfernt, trägt die Stadt die Fahrtkosten. In der Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) erhöht sich die Mindestentfernung auf 3,5 Kilometer, in der Oberstufe auf fünf Kilometer. Unabhängig von der Entfernung zur Schule kann ein Kind auch aus gesundheitlichen Gründen einen Anspruch auf Kostenübernahme haben. Die Eltern tragen jeweils einen Eigenanteil. Die genaue Regelung findet man auf der Internetseite der Stadt Aachen unter www.aachen.de/schule.

In der Regel stellen die Eltern den Antrag über die Schule ihres Kindes bei der Stadt, die dann jeden einzelnen Antrag prüfen muss. Wie Björn Gürtler vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilte, gingen für das neue Schuljahr rund 5900 Anträge auf Übernahme der Fahrkosten ein. Knapp unter 900 waren am Donnerstag noch nicht abgearbeitet. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, betonte Gürtler.

Die Verwaltung reicht die genehmigten Anträge dann an die Aseag weiter. Bei Kindern, die das School&Fun-Ticket zum ersten Mal bekommen, schickt das Verkehrsunternehmen die Fahrkarte zu, ansonsten wird das elektronische Ticket für ein weiteres Schuljahr freigeschaltet.

Schülerinnen und Schüler, die jetzt unverschuldet ohne gültiges Ticket unterwegs sind, müssen keine Probleme fürchten, betonte die Stadt. Ein „erhöhtes Beförderungsgeld“ werde nicht fällig, bis alle Anträge abgearbeitet seien. Denn eigentlich muss jeder 60 Euro zahlen, der als Schwarzfahrer ohne gültigen Fahrschein erwischt wird. „Das fällt in diesem Fall natürlich nicht an“, versichert auch Aseag-Sprecher Paul Heesel, „Die Schüler können ja nichts dafür.“ Busfahrer und Kontrolleure seien entsprechend instruiert.

Irgendwann allerdings, sagt Heesel, sei die Zeit der Kulanz vorbei. Bei der Aseag habe man nämlich festgestellt, dass eine ganze Anzahl von Schülern nach den Ferien einfach mit dem alten, nicht mehr gültigen Ticket weiterfahre, weil die Eltern, absichtlich oder aus Versehen, keine neue Fahrkarte beantragt hätten. Sobald der Antragsstau bei der Stadt abgearbeitet sei und alle Schüler mit ihrem Ticket fürs neue Schuljahr ausgestattet seien, werde die Aseag kontrollieren und schwarze Schafe auch mit einem erhöhten Beförderungsgeld belegen, kündigte Heesel an.

Übrigens: Wer feststellen will, ob sein Ticket fürs neue Schuljahr freigeschaltet ist, muss das elektronische Ticket nur an eines der Lesegeräte in den Bussen halten.

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