Fahrradkorso am Antikriegstag durch Aachen

Eine klare Botschaft : Kriegsgegner radeln für den Frieden

Vor 80 Jahren begann mit dem Überfall Nazideutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Mit einem Fahrradkorso soll am Antikriegstag an den Kriegsbeginn erinnert werden.

Seit den 1950er Jahren begeht Deutschland in jedem Jahr am 1. September, dem Tag des Kriegsbeginns 1939, den Antikriegstag in Mahnung an zwei Weltkriege, die Millionen Menschen das Leben kosteten.

Die Botschaft: Nie wieder dürfe von deutschem Boden aus Krieg ausgehen, nie wieder sollte Krieg ein Mittel zur Konfliktlösung sein. Der 1. September 2019 ist für Detlef Peikert von der Vereinigung der Vefolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und -faschisten (VVN/BdA), ein besonderes Datum, nicht nur aufgrund des runden Jahrestages.

Für ihn und seine Mitstreiter, ein Bündnis aus Pax Christi, Antikriegsbündnis, DKP, Seebrücke, der Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt!“, der Deutschen Friedensgesellschaft/Verband der Kriegsdienstverweigerer (DFG/VK) und der Linken in der Städteregion Aachen, besteht Anlass zur Sorge: „Wir stellen fest, dass sich die Bundeswehr nach ihrem Umbau in eine Interventionsarmee verwandelt hat, die in zwölf Ländern in Einsätzen stationiert ist.“ Seiner Ansicht nach ist das eine falsche Lehre, die aus den Erfahrungen insbesondere des Zweiten Weltkrieges gezogen worden ist.

Zeichen stehen auf Aufrüstung

So will das Bündnis am Sonntag mit einem Fahrradkorso durch Aachen nicht nur an den historischen Tag erinnern, sondern auch auf die aktuelle Situation aufmerksam machen. Und da stünden die Zeichen eher wieder auf Aufrüstung. Mit Jugoslawien und der Ost-Ukraine ist auch der Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt. Die Europäische Union will 13 Milliarden Euro in einen Rüstungsetat stecken. Sollte der deutsche Wehretat tatsächlich zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichen, überstiege der Rüstungshaushalt Deutschlands sogar den russischen Wehretat, sagen die Initiatoren.

Start des Korsos „Radeln für den Frieden“ ist um 14 Uhr an der Lützowkaserne, wo der VVN insbesondere die jüngsten Werbekampagnen zur Ausbildung bei der Bundeswehr aufs Korn nimmt. Weitere Stationen thematisieren Rüstungsexporte und Militärinterventionen als Mit-Ursachen für Flucht und Krieg. Pax Christi erinnert am Westfriedhof an sowjetische Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter.

Die mögliche Aufrüstung mit atomaren Mittel- und Langstreckenwaffen ist Thema einer Kundgebung auf dem Markt. Mit der Aufkündigung der INF-Verträge, die die USA und Russland zur Abrüstung nuklearer Mittelstreckenwaffen verpflichteten, könnte sich in Europa und Deutschland ein ähnliches Szenario wie zu Beginn der 1980er Jahre wiederholen, als beide Blöcke nukleare Mittel- und Langstreckenraketen entlang der Blockgrenzen positionierten, führt Bernd Bremen, DFG, aus.

Auf den Punkt will auch die diesjährige Trägerin des Friedenspreises, Marion Küpker von der Initiative „Büchel atomwaffenfrei“, in ihrer Kundgebung hinweisen. Am Fliegerhorst Büchel, rund 100 Kilometer von Aachen entfernt, lagern im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ der Nato Atomwaffen der US-Armee. Auch möchte man in Erinnerung rufen, dass Aachen mit der Städteregion einmal dem Bündnis „Mayors for peace“ beigetreten war. Das Bündnis verpflichtet sich der Friedensarbeit und der atomaren Abrüstung.

Die Veranstalter wünschen sich eine Wiederbelebung des Engagements und richten einen Appell an die Stadt, sich für eine deutsche Ratifizierung des UN-Vertrages über das Verbot von Atomwaffen einzusetzen. Ein anspruchsvoller Tag stehe den Teilnehmern bevor, meint Detlef Peikert. Doch zumindest soll das Wetter mitspielen.