Fahrradbusse in der Städteregion wenig genutzt

Soll Angebot ausgebaut werden? : Fahrradbusse in der Städteregion wenig genutzt

Wie kann die Städteregion interessant für Radtouristen werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich Politik und Verwaltung schon seit Jahren.

Mittlerweile gibt es ein durchaus attraktives Routenangebot für Freizeitradler aus der hiesigen Region ebenso wie für Gäste, die ein paar Tage Erholung in der Eifel suchen, die Sehenswürdigkeiten in Aachen erkunden oder beides miteinander kombinieren wollen. Doch die Nutzung lässt zu wünschen übrig.

Ein recht gut ausgebautes Regionalbahnnetz im Norden der Städteregion sowie grenzüberschreitend nach Holland ermöglicht es, samt Fahrrad zum Ausgangspunkt einer Tour zu gelangen und wieder zurück. In die Eifel geht es dagegen nur mit dem Fahrradbus, und das auch nur sonn- und feiertags. Zwei Ziele werden ab Aachen-Bushof angesteuert: Monschau-Kalterherberg und Vogelsang.

Sollte das Angebot verändert und ausgeweitet werden? Um Fragen wie diese ging es jetzt auf Antrag von CDU und Grünen im städteregionalen Tourismusausschuss.

Wirklich gut genutzt wird der Fahrradbus nicht, räumte Dr. Stefan von der Ruhren vom Aachener Verkehrsverbund (AVV) ein: „Da ist noch Luft nach oben.“ Die Auslastung liege insgesamt bei gerade mal gut 20 Prozent. Allerdings umfasst diese Auswertung nur den Zeitraum ab Mitte August bis Oktober. In dem gab es nur wenige Tage, an denen alle 20 Fahrradplätze in dem Busanhänger belegt waren.

Am besten genutzt wird laut von der Ruhren die Tour nach Kalterherberg. Im Schnitt liegt die Auslastung bei den beiden Abfahrten morgens um 8.45 und 9.15 Uhr jeweils bei etwa 30 Prozent, um 11.15 Uhr liegt sie sogar bei 36 Prozent. Die Tour nach Vogelsang morgens um 8 Uhr ist jedoch wenig beliebt: Die Auslastung beträgt gerade mal 14 Prozent.

Werner Krickel (Grüne) wundert das nicht. Von Kalterherberg aus gebe es eine gute Anbindung an das Radwegenetz, von Vogelsang bisher nicht. Vielleicht seien aber auch die Abfahrtszeiten nicht attraktiv, meint Manfred Bausch (SPD). Er plädiert ebenso wie Leo Pontzen (CDU) dafür, sich das Angebot noch einmal im Detail anzuschauen und auch mehr Werbung für die Fahrradbusse zu machen. Überprüft werden muss laut Marika Jungblut (Linke) auch das Reservierungssystem für den Fahrradbus. Gruppen klagten hin und wieder, dass das nicht funktioniere.

An den Kosten sollte es nach Auffassung der Politik nicht scheitern, das Angebot in der Saison zu erweitern. Zumal die Kosten überschaubar sind: Stefan von der Ruhren bezifferte sie im Ausschuss auf etwa 215 Euro pro zusätzlicher Tour, also rund 8200 Euro jährlich. Eine grenzüberschreitende Erweiterung von Kalterherberg ins belgische Botrange koste etwa 80 Euro pro Tour, rund 3100 Euro im Jahr. Fördermöglichkeiten gebe es dafür derzeit nicht, bedauerte er.

„Öffentlicher Personennahverkehr ist nie kostendeckend“, betont Manfred Bausch. Man könne aber für ein attraktives Zusatzangebot wie Fahrradbusse durchaus einen höheren Kostendeckungsgrad über Ticketeinnahmen erreichen. Das zeige sich in anderen Regionen.

Einstimmig beauftragten die Politker die städteregionale Verwaltung, zusammen mit dem AVV bis zur ersten Sitzung des Ausschusses im Jahr 2019 Vorschläge zur Angebotserweiterung zu erarbeiten. Denn dann könnten bis zur neuen Radsaison schon erste Maßnahmen umgesetzt werden.

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