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Aachen: Experiment der Sinne: Ausstellung von Bernd Radtke in der Mozartstraße

Aachen : Experiment der Sinne: Ausstellung von Bernd Radtke in der Mozartstraße

Das Spiel mit dem Kontrast, mit Schärfe und Unschärfe — das ist nur eine der zahlreichen Eigenschaften, die sich den Fotografien von Bernd Radtke zuschreiben lassen. Der gebürtige Aachener stellt bis zum 13. Juli insgesamt 23 Werke in den Räumen des städtischen Dezernats IV (Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport) an der Mozartstraße aus.

Die Ausstellung ist bereits die 15. innerhalb der Präsentationsreihe „Kunst in der MozART-straße“. „Das Projekt soll talentierten Künstlerinnen und Künstlern aus der Region eine öffentliche Plattform für ihr Schaffen bieten“, erklärt Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport.

Anlässlich der offiziellen Eröffnung der Ausstellung gab Sylvia Böhmer, Kuratorin des Suermondt-Ludwig-Museums, eine Einführung in die Arbeit von Radtke. Bereits der eher neutrale Titel der Ausstellung „Innerhalb und Außerhalb“ spiegele den großen Spielraum wider, den der Fotograf dem Betrachter bei der Interpretation seiner Bilder lasse. So tragen auch sämtliche Werke als Titel lediglich den jeweiligen Ort, an dem sie aufgenommen wurden. Geografisch hat Radtke hierbei eine große Fläche abgedeckt, die Titel reichen von „Aachen Rathaus“ über „Berlin-Weißensee“ bis nach „Sizilien“.

„Als Berufsfotograf habe ich das Glück, viel reisen zu dürfen“, sagt Radtke. „Es kann entweder vorkommen, dass ich beispielsweise nach einem Termin zufällig auf ein faszinierendes Motiv stoße, oder ich mache mich gezielt auf die Suche.“

Prägnant ist laut Böhmer vor allem der Fokus auf architektonische Teilflächen, wie beispielsweise Wände, Türen, Fenster und Fassaden. Es werden vom Menschen geschaffene Orte dargestellt, auffallend sei allerdings die völlige Abwesenheit von Personen in sämtlichen Bildern. „Die Präsenz des Menschen ist in vielen der Aufnahmen trotzdem deutlich spürbar“, sagt dazu Radtke. Eine weitere Besonderheit der ausgestellten Werke sei, so Böhmer, ihre sehr hohe Detailstufe. Die Fotografien versetzten den Beobachter unmittelbar in die abgebildete Szenerie, man könne beinahe meinen, es handele sich um dreidimensionale Bilder. In der Aufnahme einer in die Jahre gekommenen Fassade werde dieser Effekt besonders stark deutlich: „Man gerät geradezu in Versuchung, die Fetzen des abblätternden Putzes mit den eigenen Händen zu greifen und abzuziehen.“

Nicht zuletzt Radtkes Experimentierfreudigkeit mit der leicht zu täuschenden menschlichen Sinneswahrnehmung mache seine Bilder einzigartig. Durch eine Unschärfe hinters Licht geführt, sehe das Auge zum Beispiel zunächst eine räumliche Vertiefung, wo eigentlich gar keine ist.

Bis zum 13. Juli können sich Interessierte selbst davon überzeugen: Zu sehen sind die Bilder im Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2-10, 2. Etage, Raum 212.