Wieder im Rampenlicht: Ex-Räuber Torben Klein gibt sein Solo-Debüt

Wieder im Rampenlicht : Ex-Räuber Torben Klein gibt sein Solo-Debüt

„Dat es Heimat“: Mit dieser Hymne hat er Helene Fischer vom Thron der ITune-Charts gestoßen und mit der Band „Räuber“ bundesweite Erfolge gefeiert – nicht nur im Karneval. Ein halbes Jahr nach der Trennung steht Sänger Torben Klein, gebürtiger Würselener, als Frontmann nun wieder im Rampenlicht.

In einem Kölner Luxushotel stellte er erstmals als Solokünstler mit neuer Live-Band und vor viel Prominenz seine Debüt-Single vor: „Fründe für et Levve“. Wirklich? Apropos: Die Trennung von der populären „Räuber“-Formation fiel Torben Klein nicht leicht, das Risiko in Sachen Solo-Karriere ist groß. Auch wenn der Mann mit der sympathisch klaren Schlager- und Pop-Stimme bereits Hits wie „Wenn ich träum in der Nacht“ und „Für die Iwigkeit“ verantwortet. Er ist Sänger, Musiker, Komponist, Produzent – und vor allem im Rheinland extrem populär.

„Ob es Hits werden, das entscheidet ja immer das Publikum. Für mich ist jedes Lied wie ein Baby, etwas Besonderes. Momentan feiere ich ja meine Freunde mit meiner aktuellen Single ,Fründe für et Levve’ ab, denn ich hab in den letzten Monaten wirklich gemerkt, wer meine Freunde sind und wer nur Freund gespielt hat, weil ich der Frontmann einer bekannten Band war“, sagt er. Das Geschäft ist hart umkämpft, nicht nur auf kölschen Karnevalsbühnen.

Klein spielte bereits mit 14 Jahren in einer professionellen Coverband. Mit 19 Jahren war er Mitglied der Boygroup „Verliebte Jungs“, die mit ihrem Hit „Willst du meine Kinder kriegen“ die ZDF-Hitparade gewannen. 1996 war das. Seitdem arbeitete er reihenweise mit Stars zusammen: Ibo, Ireen Sheer, Wolfgang Petry, Uwe Hübner, DJ Ötzi und etliche mehr. In den Karneval stieg er 2008 mit den „Boore“ ein. Später warben ihn die „Räuber“ ab. Denn Klein singt nicht nur live perfekt, er versprüht Charisma. Und Lust auf eingängige Musik: „Nach vier Monaten Abstinenz hat es schon in mir gekribbelt, endlich wieder los zu rennen. Ich bin einfach ein Bühnenpferd – und das verkommt, wenn es immer im Stall steht“, strahlt er.

Beim Solo-Auftakt im Lindner Hotel der Rhein-Metropole jubeln ihm neben einigen hundert Fans auch bekannte Größen der Branche zu: Musiker-Kollegen wie Björn Heuser, Mike Kremer und Miljö. Einige nennen Torben Klein bereits den „kölschen Andreas Gabalier“. Wobei er sich auf Solopfaden auch musikalisch von den „Räubern“ abgrenzt: „Den Impuls haben mehrere verschiedene Ansichten innerhalb der Bandausrichtung ausgelöst. Da wir nicht überein gekommen sind, habe ich mich dann dazu entschieden, meinen Weg alleine zu versuchen“, erläutert Klein. „Ich habe mit ,Für die Iwigkeit’ schon die musikalische Ausrichtung vorgegeben, die ich für mich und auch für die Räuber gesehen habe. Gute erdige Popmusik, mit rockigen Gitarren und meiner ,sanften’ Stimme. Das passt zusammen, und mir war es wichtig, in meinen Liedern Geschichten zu erzählen, die ich erlebt habe und die mich bewegen.“

Das funktioniert in Köln, in Würselen, in Aachen und anderswo. Obwohl der Sänger seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile an den Rhein verortet: „Ja, mittlerweile ist Köln meine neue Heimat. Hier habe ich viele Freunde, meine Arbeit und meine geliebte kölsche Mentalität. Aber auch Würselen ist in meinem Herzen. Ich bin ja ein Kind der Jungenspiele, meine Familie ist immer noch in Würselen, und ich bin so oft es geht immer noch da. Aber auf jeden Fall immer drei Wochen nach Pfingsten, wenn in Würselen Kirmes gefeiert wird“, erzählt er.

Eine Verbindung, ebenfalls zu einem ehemaligen Aachener, spielt auch künftig eine besondere Rolle: „Im Studio arbeite ich mit meinem langjährigen Freund Christoph Siemons, den ich schon über 20 Jahre kenne.“ Das war zu Zeiten der „Verliebten Jungs“. Siemons gehört übrigens mit mehr als zehn Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musikproduzenten und Komponisten Europas. In seinen Studios entstanden Hits von Adel Tawil, Sandra, Krypteria LaFee, Big Brother, Doro, Marc Terenzi, Nino de Angelo – und eben Torben Klein. Siemons tourte als Gitarrist weltweit, stand bereits mehrfach beim legendären Wacken-Festival vor 75.000 Zuschauern live auf der Bühne. Jetzt unterstützt er als Produzent und Gitarrist – wie bei der Debüt-Single-Präsentation – bei Bedarf Torben Klein bei seinen Auftritten. Denn Klein hat eine feine vierköpfige Kombo um sich versammelt – alles ausgewiesene Musikprofis. Man ist bereit für die nächsten Hymnen mit Ohrwurmcharakter...

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