Kinder- und Jugendarbeit im Fokus: Evangelischer Kirchenkreis setzt neue Schwerpunkte

Kinder- und Jugendarbeit im Fokus : Evangelischer Kirchenkreis setzt neue Schwerpunkte

Die Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit rückt beim Evangelischen Kirchenkreis stärker in den Vordergrund. Über zehn Jahre werden jährlich 600.000 Euro zur Verfügung gestellt. Dabei wird es auch neue Formate geben.

Ein neues Jahr bietet immer Gelegenheit, neue Projekte anzuschieben oder das weiterzuführen, was im vergangenen Jahr gut angelaufen ist. So ist es auch beim evangelischen Kirchenkreis Aachen. Wie kommt Kirche zu den Menschen? Wie positioniert sich die evangelische Kirche zu gesellschaftlichen Fragen und Problemen wie Migrationspolitik und Kinderarmut?

Das sind Schwerpunkte, die der Kirchenkreis im bevorstehenden Jahr anpacken will. Frischen Wind gab es dazu auch von der Jugend- und Landessynode der Kirche im Rheinland, die zu Beginn des Jahres in Bad Neuenahr stattgefunden hatte.

Neue Formen von Kirche und eine Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit waren dabei Schwerpunkte, die auch finanziell unterstützt werden sollen. Über zehn Jahre sollen jährlich 600.000 Euro an Mitteln zur Verfügung gestellt werden.

Auch der Kirchenkreis Aachen hat dabei gute Aussichten, mit einigen Projekten gefördert zu werden. Ein weiterer Beschluss, den der Kirchenkreis aufgreifen möchte: mehr Teilhabe von Jugendlichen in den Gremien. „Die größte Gruppe innerhalb der evangelischen Christen ist zwischen 14 und 24 Jahre alt. In dieser Zeit entscheiden die meisten auch, ob sie in der Kirche bleiben oder nicht. Wenn sie das Gefühl haben, sich einbringen zu können, bleiben sie auch“, unterstrich Axel Büker, Synodaler Jugendreferent des Kirchenkreises. 50 Prozent lautet das ehrgeizige Ziel, das über die kommenden Jahre erreicht werden soll. In einem Flächenkirchenkreis, der sich von Baesweiler-Setterich-Siersdorf im Norden bis Roggendorf im Süden erstreckt, sei die Herausforderung groß, das umzusetzen.

Ein Ort, wo das schon ganz gut klappt, ist die Jugendkirche Aachen an der Zollernstraße. Seit 2015 ist die Dreifaltigkeitskirche das Zuhause der Jugendkirche, die jungen Menschen zwischen 14 und 30 Jahren einen Ort der Begegnung anbietet. Der werde immer besser angenommen, berichtet Leiterin Pia Schneider. Seit Dezember 2018 leitet ein fünfköpfiges Team aus Ehrenamtlichen zwischen 15 und 17 Jahren die Kirche mit. Auch kulturelle Veranstaltungen wie der regelmäßig stattfindende „Poetry Slam“ bieten eine Basis, wo junge Menschen sich ausprobieren können.

Seit einem halben Jahr gibt es die neue Genezareth-Kirche im Aachener Westen. Mit dem Kirchenneubau sollten auch neue Wege im Gemeindeleben beschritten werden. Dazu gehört das Konzept der offenen Kirche. An vier Wochentagen ist die Kirche für Besucher geöffnet, bietet einen Raum, um still zu werden oder im Café im Kreuzgang mit anderen ins Gespräch zu kommen. Für die Genezareth-Kirche fusionierten die Gemeinden Dietrich-Bonhoeffer-Haus und Arche.

Dies sein kein Prozess „Aus zwei mach eine“, sondern es sei eine neue Gemeinde entstanden, beschreibt Pfarrerin Bettina Donath-Kreß, die die Gemeinde mit Pfarrer Mario Meyer leitet, diesen Prozess. Und die Gemeinde wachse. Neue Menschen kämen dazu und blieben: „Das hatte unsere Erwartungen bei weitem übertroffen.“

Auch die Lydia-Gemeinde in Herzogenrath und die Trinitatisgemeinde in Schleiden haben mit neuen spirituellen Angeboten und alternativen Gottesdiensten sowie einer Kulturkirche neue Wege beschritten und führen diese 2019 weiter. „Frieden geht anders“ – unter diesem Motto haben die Gemeinden 2018 verschiedene Projekte durchgeführt.

Um Frieden und Gerechtigkeit soll es auch 2019 in Gemeindeprojekten gehen. In der Jugendarbeit ist ein Projekt mit geflüchteten Menschen geplant. „Projekt Seidenstraße“ nimmt, nach Vorbild der historischen Handelsroute, den kulturellen Austausch in den Blick, der über den Handel entlang der Route stattgefunden hat.

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