Aachen: „European Art Cinema Day“: Apollo spielt mit auf kontinentaler Bühne

Aachen: „European Art Cinema Day“: Apollo spielt mit auf kontinentaler Bühne

Hochkarätige Leinwanderlebnisse stehen den Aachenern am Wochenende ins (Lichtspiel-)Haus: 500 europäische Kinos feiern am kommenden Sonntag, 15. Oktober, den „European Art Cinema Day“. Im zweiten Jahr dieser neuen europäischen Tradition ist auch ein Kino aus der Stadt des Karlspreises dabei.

Das Apollo an der Pontstraße zeigt zusammen mit seinen Partnern, den niederländischen Organisationen Video Power und Cinesud sowie dem Deutsch-Französischen Kulturinstitut, aktuelle Lang- und Kurzfilme. Teilweise werden die Beiträge sogar vor dem offiziellen Start präsentiert.

Ein Team aus spanischen, niederländischen und deutschen Experten stellte das Mini-Festival und sein Konzept im Apollo-Kino vor: Zu jedem der großen Filme, darunter Aushängeschilder des europäischen Arthouse-Kinos wie Michael Hanekes „Happy End“ und der schwedisch-dänische Cannes-Sieger „The Square“, soll am Sonntag ab 13 Uhr ein passender Vorfilm laufen.

Zu „Happy End“ (15 Uhr), der Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer dysfunktionalen Unternehmer-Familie lebt, wird die Coming-of-Age-Geschichte „The Dynamists“ von Helen Anna Flanagan im Haus an der Pontstraße zu sehen sein. Der Elfminüter, eine Koproduktion der Süd-Limburger Organisation „Video Power“, bringt zwölf Teenager mit dem belgischen Poeten und Musiker Angelo Perrotti zusammen.

Alle begleitenden Kurzfilme entstanden mit Produktionshilfe aus der Region. Vor allem die enorm erfolgreiche limburgische Organisation Cinesud, die jährlich rund 60 000 Euro in „Talentfilme“ steckt, macht immer wieder mit Festivalerfolgen auf sich aufmerksam und ist maßgeblich am Aufstieg der benachbarten Filmregion beteiligt.

Geplant ist im Rahmen des „European Art Cinema Day 2017“ auch ein Treffen von Filmemachern zum Erfahrungsaustausch über Möglichkeiten regionaler Filmförderung.

Mit Hilfe von Cinesud entstand auch „Windspiele“ (17.30 Uhr) der Aachenerin Alina Frieske, der bereits in Cannes als niederländische Produktion zu sehen war. Die Studienarbeit an der Maastrichter Kunsthochschule zeigt die junge Tatjana (Iulia Maracine), die sich zwischen ihrem Traum, Tänzerin zu sein, und den praktischen Plänen ihres Vaters entscheiden muss. Sie bricht zu einer Gedankenreise auf, um herauszufinden, wo sie im Leben steht. „Windspiele“ ist ein visuell sehr reizvoller 15-minütiger Streifen, der unter anderem mit Tanzsequenzen eine typische Situation des Erwachsenwerdens durchspielt.

Alina Frieske wurde vor ein paar Wochen in Maastricht mit dem mit 5000 Euro dotierten „Henriëtte Hustinx Award 2017“ ausgezeichnet. Ihre „Windspiele“ laufen als Vorfilm zu großen Drama „Lady Macbeth“, der Verfilmung von Nikolai Leskows Roman „Lady Macbeth von Mzensk“.

Der Höhepunkt dieses Filmkunst-Sonntages ist allerdings die Vorpremiere des Cannes-Siegers „The Square“ (19.30 Uhr), der sich um die surrealen Erlebnisse von Christian, Kurator eines der größten Museen in Stockholm, dreht. Auch eine provokante Reflexion der Kunstwelt und damit passend zum Geist der über 1000 „Europa Cinemas“, die eindrucksvoll herausleuchten, was sie im Kinoalltag leisten.