Aachen: Europa als Herausforderung: Tolle Erfolge bei Wettbewerb

Aachen : Europa als Herausforderung: Tolle Erfolge bei Wettbewerb

Der Europäische Wettbewerb ist einer der ältesten und größten Schülerwettbewerbe in Deutschland. Begonnen hat alles vor 64 Jahren in Frankreich, 1955 nahmen alle Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland daran teil. Es geht darum, das europäische Bewusstsein junger Menschen zu stärken.

Schüler in der Ausbildung zum Mediengestalter des Berufskollegs für Gestaltung und Technik der Städteregion Aachen (GuT) nehmen seit vier Jahren mit großem Erfolg an dem Wettbewerb teil. Dieses Jahr gab es sieben Siege: sechs auf Landesebene und einer auf Bundesebene.

In verschiedenen Altersgruppen treten Schüler in vier Modulen gegeneinander an. In Dreien trat das GuT an und gewann Preise. Annika Bittel, Lena Corsten und Lisa Schumacher belegten mit ihren Flyern und Bildern zweite und dritte Plätze beim Landeswettbewerb, Schumacher und Bittel wurden auch zur Teilnahme am Bundeswettbewerb zugelassen. Alle drei haben sich mit dem Modul „Mein Europa, dein Europa — unser Europa!“ befasst und ein Adenauer-Zitat bildlich dargestellt. Lena Corsten gestaltete einen Flyer, in dem sie sich inhaltlich mit dem Zitat auseinandersetzte und eine passende Farbgestaltung in blau, grün und rot entwarf.

Annika Bittel reichte ein Bild ein, das sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten lässt und einmal eine Frau zeigt, die, gekleidet in einen Europaschal, Geborgenheit und Wohlbefinden ausdrückt und aus der anderen Perspektive die selbe Frau, die von dem selben Schal stranguliert wird. Den Zwiespalt, in dem sich Europa befindet, möchte die junge Frau damit ausdrücken. Lisa Schumachers am Computer entstandenen Bild widmet sich der Flüchtlingskrise, zeigt eine weinende Frau, die durch ein Fenster blickt, in dem die Werte der Europäischen Union (EU) festgehalten sind.

Im Modul „500 Jahre Reformation“ überzeugten die Arbeit von Carina Lenzen und die Gruppenarbeit von Rebecca Kniepen und Rebecca Krüger. Kniepen und Krüger gewannen zudem den „Preis der Bundeskanzlerin“, einen der Siege auf Bundesebene. Lenzen setzte sich in ihrem Plakat mit dem Thesenanschlag Luthers auseinander und übertrug diesen in die heutige Zeit. Verantwortung und Nachbarschaftlichkeit sind ihre beiden wesentlichen Punkte. Krüger und Kniepen entwarfen ein schlichtes Plakat, auf dem sie zehn Thesen, die sich mit der Silvesternacht 2016 in Köln beschäftigten, niederschrieben. Ihre Thesen, die mit einer religiösen Sprache und einer politischen Botschaft die Reformation und das Europäische verbinden, lassen sich als Handlungsaufrufe für mehr Toleranz und mehr Mitmenschlichkeit verstehen.

Im dritten Modul „In Europa angekommen — und nun?“ erreichten Lars Mertens und Florian Keuten auf Landesebene einen zweiten Platz. Zwar entstand das Plakat nicht, wie gewünscht, in Zusammenarbeit mit einem Flüchtling — denn solche gibt es bei den Mediengestaltern am GuT derzeit nicht — rief aber zum Austausch aus. Vorjahressieger Jens Baumann, der im letzten Jahr den Preis des Bundestagspräsidenten gewann, rief die Gewinner des Wettbewerbs dazu auf, diesen für weiteres politisches Engagement zu nutzen. Er selbst knüpfte danach den Kontakt zur Studenteninitiative Aegee und gehört zu den Initiatoren von Pulse of Europe in Aachen. Nicht vergessen werden darf Elke Kraus-Ohler, Lehrerin für Deutsch/Kommunikation und Sozialwissenschaften, die die Schüler seit vielen Jahren bei dem Wettbewerb unterstützt.

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