Aachen: Eurogress: Neue Angebote für junge Leute

Aachen: Eurogress: Neue Angebote für junge Leute

Die wirtschaftliche Krise scheint am Eurogress quasi spurlos vorüberzugehen. „Wir merken es vielleicht ein wenig bei Veranstaltungen im Automobilbereich. Aber ansonsten nicht. Wir können das nicht ganz nachvollziehen, aber wir freuen uns sehr, dass es uns so gut geht”, sagt Geschäftsführerin Kristina Wulf.

Vorteil des Standortes sei aber ohne Frage die Nähe zur Universität. „Mit der RWTH haben wir einen sehr guten Partner”, betont Wulf, die erst seit wenigen Monaten die Geschicke des Eurogress lenkt.

In Zahlen drückt sich die positive Bilanz des vergangenen Jahres wie folgt aus: 311 Belegungstage, rund 500.000 Besucher bei 243 Veranstaltungen. Sehr hoch ist der Anteil von Tagungen und Kongressen. Zudem gab es 23 Karnevalsveranstaltgungen.

Der gastronomische Umsatz ist um 14 Prozent gestiegen - trotz gleichbleibender Preise. Ein Grund dafür, so Kristina Wulf, sei auch die Neuerung im Servicebereich. Noch vor der Veranstaltung können die Besucher ihre Getränke für die Pause bestellen. So werden lange Warteschlangen vermieden. „Dieses Angebot wird sehr gut angenommen”, betont Kristina Wulf.

85 Prozent Auslastung vermelden die Verantwortlichen für das aktuelle Veranstaltungsjahr. „Das ist auch im Vergleich zu anderen Häusern sehr viel”, so Kristina Wulf. Darauf ausruhen will sie sich freilich nicht: Neben Altbewährtem sollen auch neue Konzepte noch mehr Besucher zu locken.

Abiturbälle geplant

Das Eurogress will als multifunktionales Veranstaltungszentrum möglichst allen etwas bieten. Um jüngeres Publikum zu erreichen, sollen demnächst auch Abiturbälle dort gefeiert werden. Um das Unterhaltungsprogramm noch attraktiver zu gestalten, will Wulf das Eurogress noch mehr in die Tourneepläne von etwa Comedians bringen. „Aber das wird noch eine gute Zeit dauern”, sagt die Geschäftsführerin.

Immer mehr Veranstalter legen Wert auf das Gütesiegel „Green Meetings”. Das Zertifizierungsverfahren für den Eurogress hat bereits begonnen. Energie, Einkauf, soziales Engagement, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern: Wer das Gütesiegel erhalten will, muss als Veranstaltungshalle in diesen Bereichen nachhaltig sein.

Seit September 2007 verwalten Wulf und ihr Team zudem den Bendplatz. Mit 40.000 Quadratmetern einer der größten Plätze in der Euregio. Und der wurde mächtig aufgemöbelt: Neue Infrastruktur, neue Wasserversorgung, neue Wegführung und Einfriedung des Geländes. Ein Höhepunkt neben dem Bend: die Höhner Rockin´ Roncalli Show vom 5. bis 20. Juni. Schon jetzt gebe weitere Anfragen für neue Veranstaltungen. Doch müsse erst ausgelotet werden, was machbar sei.

Um die Machbarkeit eventueller Erweiterungen kümmert sich ein Arbeitskreis aus verschiedenen Partnern. „Wir wollen begutachten lassen, welcher Bedarf da ist. Dazu wurde eine Studie in Auftrag gegeben”, erklärt Kristina Wulf.

Klar ist: Das wichtigste Standbein sind Tagungen und Kongresse. 70.000 Teilnehmer kommen deswegen jährlich nach Aachen. Ein wichtiger Faktor für die Stadt, rund 25 bis 30 Millionen Euro fließen so in Aachens Wirtschaft. Dieses Potenzial könnte mit einer Erweiterung noch mehr genutzt werden.

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