Aachen: „eTickets“: 2000 Schüler müssen noch warten

Aachen: „eTickets“: 2000 Schüler müssen noch warten

Pünktlich zum nächsten großen Sturm auf die Klassenzimmer soll der brandneue digitale Fahrschein der Aseag Schule machen. Doch der Spaß bleibt in Sachen „School&Fun-Ticket“ momentan für etliche Heranwachsende auf der Strecke — und mit ihnen für die Logistikspezialisten der Aseag.

Will sagen: Zahlreiche Schüler mit Anspruch auf die obligatorische Dauerkarte zur freien Fahrt per ÖPNV warten noch auf ihre neuen Ausweise mit Chip, obwohl die alten, analogen Dokumente — eigentlich — bereits seit 1. August ungültig sind.

So berichtete jetzt eine Mutter aus dem Südraum, dass ihr Filius noch kein neues Ticket erhalten habe, obwohl der junge Mann sich in den letzten Ferientagen zum Beispiel regelmäßig auf den Weg zur „Schüler-Uni“ an der RWTH mache. „Als wir bei der Aseag nachgefragt haben, hat man uns mitgeteilt, dass es technische Schwierigkeiten bei der Auslieferung gebe. Jeder, der das neue Ticket nicht pünktlich erhalten habe, könne deshalb bis zum Ende des Monats weiterhin das ,School&Fun-Ticket‘ aus dem letzten Schuljahr nutzen.“

In der Tat seien bei der Erstellung der Adressdateien zur Versendung der Abokarten durch einen externen Dienstleister EDV-Probleme aufgetreten, erklärte Aseag-Sprecher Paul Heesel auf AZ-Anfrage. Rund 2000 Tickets seien deshalb bislang noch nicht an ihre Adressaten gelangt. „Wir können aber sicherstellen, dass sämtliche Ausweise bis zum 31. August zugestellt werden“, betonte Heesel.

Alle Busfahrer seien angewiesen worden, in Zweifelsfällen auch die gerade abgelaufenen Dauerkarten zu akzeptieren und Ersatzfahrscheine auszugeben. Das gelte auch für Schüler, die das Ticket erstmals beantragt, es aber noch nicht bekommen haben. Weil man dies im Einzelfall nicht prüfen könne, „regeln wir das auf Kulanzbasis“. so Heesel. Da die Verzögerung allenfalls noch wenige Tage in Anspruch nehme, habe man davon abgesehen, jeden potenziell Betroffenen zu informieren.

Zweifel am neuen Verfahren

Ohnedies waren bereits im Vorfeld bei manchen Eltern Zweifel am Sinn des neuen Verfahrens aufgekommen. Denn ab 8. Januar 2018 müssen Schüler und andere Inhaber der neuen Karten ihre elektronischen Tickets grundsätzlich durch einen sogenannten Validator checken lassen.

Die Lesegeräte sind ausschließlich an den hinteren Bustüren installiert — Kritiker hegen die Befürchtung, dass es an den Haltestellen zu weiteren Verzögerungen kommen könnte. Zumal bis zum 10. Dezember insgesamt nicht weniger als rund 120.000 elektronische Fahrscheine für Besitzer unterschiedlichster Abos, die länger als einen Monat gültig sind, ausgegeben werden sollen.

Dennoch versprechen sich die Lenker der roten Flotte durch das neue System längerfristig effizientere Abläufe sowie einen erweiterten Service, betont Heesel. Mit der Chipkarte sollen in absehbarer Zeit auch Angebote wie Car- oder Bikesharing buchbar sein.