Aachen: Erzieher: Gesünder durchs Berufsleben

Aachen : Erzieher: Gesünder durchs Berufsleben

„Eine bessere Resonanz kann man nicht haben“, sagte Bernd Büttgens, Sprecher der Stadt Aachen, mit Blick auf die zahlreichen Gäste, die der Einladung zum Projektabschluss „Gesundheitsschutz im Erziehungsdienst“ gefolgt waren. Und tatsächlich hatten offensichtlich viele Kitas vorzeitig geschlossen, um den Erziehern die Teilnahme zu ermöglichen.

Seit 2013 hat die Stadt den Fokus auf den Gesundheitsschutz vor allem in Kitas gelegt. Eine eigens einberaumte Kommission hat dann einen Katalog von 160 Maßnahmen erarbeitet, die dafür sorgen sollen, dass die Erzieherinnen und Erzieher gesünder durchs Berufsleben kommen.

Nachdem das Projekt auf der Bühne im Depot an der Talstraße noch einmal besprochen worden war, erhielten die Gäste gleich vor Ort einen ganzen Reigen von Angeboten, um sich fit zu halten: Vorträge, Gesundheitschecks oder Workshops wie „Achtsamkeitstraining“ oder „Aktive Mini-Pause“ boten einmal mehr die Möglichkeit, das Augenmerk aufs eigene Wohlbefinden zu legen.

Und genau das ist wichtig, meinte auch Kulturdezernentin Susanne Schwier. Die Anforderungen an die Erzieherinnen hätten sich allein schon durch den U3-Bereich erhöht. Wickeln, füttern und Schlafenlegen gehören demnach heute ganz selbstverständlich zum Kita-Alltag. Wichtig sei also, auch für die neuen Tätigkeiten fit und geschmeidig zu bleiben, so Susanne Schwier. Und Personaldezernent Dr. Markus Kremer hob das große Interesse der Stadt hervor, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Immerhin hat man dazu in den vergangenen Jahren laut Kommission 150000 Euro investiert, und es sei jetzt an den Erzieherinnen zu sagen, ob das in ihren Arbeitsbereichen funktioniert habe, meinte deren Vorstand Stephan Baurmann.

Der neu entwickelte Maßnahmenkatalog stützt sich auf eine umfassende Befragung der Mitarbeiter. Für Inge Förster von der Kita Hahn etwa ist Lärmschutz ein ganz großes Thema. Dass beim Bau oder Umbau auf lärmdämmende Materialien zurückgegriffen wird, ist ihr besonders wichtig. Außerdem gibt es in ihrer Einrichtung höhenverstellbare Tische und Stühle, die ein gesünderes Sitzen ermöglichen. Ansonsten verfolgt sie selber den Grundsatz: „Wenn es drinnen zu ermüdend wird, ist es am besten rauszugehen.“ Bewegung werde in ihrer Kita großgeschrieben, und das gelte auch für die Erzieherinnen, sagte sie.

Nach und nach wurden bereits viele der Verbesserungsvorschläge in die Tat umgesetzt. Allein der Tipp, die Pause auch wirklich wie eine Pause zu genießen, mochte für viele schon hilfreich sein. Die Aufforderung, auf die eigene Gesundheit zu achten, kam bei den Erzieherinnen offensichtlich super gut an: Das bewies schon das große Interesse an dieser Abschlussveranstaltung und die Teilnahme an den vielen Kursen.