Aachen: Erschließungsstraße Grüner Weg soll erneuert werden

Aachen : Erschließungsstraße Grüner Weg soll erneuert werden

Er soll übersichtlicher, sicherer und auch ein bisschen schicker werden: Dem Grünen Weg, der zwischen Jülicher und Krefelder Straße liegt, steht eine komplette Erneuerung bevor. Die Schäden auf der momentan sehr holprigen Fahrbahn könnten endlich Geschichte sein, der Verkehr soll besser fließen und auch für Fußgänger und Radfahrer soll es leichter werden.

Dabei will die Stadt nicht nur den Grünen Weg selbst erneuern, sondern auch den Kreuzungsbereich zur Lombardenstraße und Passstraße sowie die Einmündungen zur Liebigstraße, Lukasstraße und Am Gut Wolf.

Noch nicht bewilligt

Neu sind die Pläne nicht: Schon 2014 wurden sie in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte diskutiert und im Mobilitätsausschuss beschlossen. Nun steht aber fest, dass die Bezirksregierung Köln Finanzierungshilfe leisten wird, erklärt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Und stellt richtig, dass — anders als in der Beratungsvorlage für den nächsten Mobilitätsausschuss am 7. Juni behauptet — der Finanzierungsantrag noch nicht von Köln bewilligt wurde.

Erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wie zum Beispiel die Erlangung des Baurechts, erfolgt eine Bewilligung, teilt die Bezirksregierung Köln mit. Daran hapert es in Aachen noch, da die Neugestaltung des Grünen Weg bislang nicht an erster Stelle stand. Zudem waren Fördergelder, die die Stadt vom Land bekommt, für andere Projekte vorgesehen. Das hat sich aber geändert: „Der Fördergeber hat jetzt signalisiert: Dieses Projekt steht, was die Priorität angeht, an erster Stelle der Maßnahmen in Aachen“, sagt Beckers.

Die Stadt rechnet damit, 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten als Fördermittel vom Land zu erhalten. Insgesamt werden Kosten von rund 4,3 Millionen Euro für die Sanierung des 1360 Meter langen Bereichs erwartet.

Mehr Platz für Autos

Da der Grüne Weg die Haupterschließung zu dem umgebenden Gewerbegebiet ist, bleibt viel Verkehr dort nicht aus. An der Kreuzung zur Lombarden- und zur Passstraße kommt es gerade in den Nachmittagsstunden immer wieder zu Stau. Daher soll die Kreuzung ausgebaut werden und den „Ansprüchen des heutigen Verkehrs angepasst“ werden, heißt es in der Beratungsvorlage. Das bedeutet auch, dass eine Radwegmarkierung auf der Fahrbahn eingezeichnet wird. Dazu braucht es aber mehr Platz. Die Stadt will daher eine 90 Quadratmeter große Parzelle an der Ecke Grüner Weg/Lombardenstraße kaufen. Die Stawag, Besitzer des Grundstücks, habe dem bereits zugestimmt.

Außerdem soll die Dreiecksinsel, die die Passstraße spaltet, entfernt werden. Dadurch kann eine überbreite Spur entstehen, auf der Linksabbieger sich separat aufstellen können. Durch diese Vereinfachung würden auch die Ampelphasen von drei auf zwei reduziert werden, wodurch sich wiederum die Grünphase für Linksabbieger verlängert.

Für Linksabbieger soll es auch an der Einmündung Am Gut Wolf eine eigene Spur geben, in der sich fünf Autos einreihen können. Zudem wird die gesamte Einmündung so ausgeweitet, dass auch für Rechtsabbieger mehr Platz und Überblick geschaffen werden.

Freie Fahrt für Radfahrer

Auch auf dem Grünen Weg selbst soll es mehr Raum geben. Laut Plan wird die Fahrbahn künftig auf 7,80 Meter Breite erweitert und ein 1,50 Meter breiter Schutzstreifen für Radfahrer markiert. Die Grünen hatten beantragt, statt eines Schutzstreifens einen „separaten Radweg am Grünen Weg“ auszubauen, da dieser dann als innenstädtischer Teil des geplanten Bahntrassenradwegs zwischen Aachen und Jülich genutzt werden könnte.

Die Verwaltung lehnt diesen Vorschlag ab „unter Beachtung der Nutzungsansprüche anderer Verkehrsteilnehmer“. An der einen oder anderen Stelle wäre ein Ausbau möglich, aber aus Sicht der Verwaltung ist es weiterhin das Ziel, den Bahntrassenweg auf der bestehenden Trasse entlang des Grünen Weg zu entwickeln. Der markierte Radweg ergebe einen angemessenen Schutzraum für Fahrradfahrer, der nur bei Bedarf — wenn etwa Autos von aus beiden Richtungen kommen — mitbenutzt werden muss.

Barrierefrei zu Fuß

Neben Radfahrern werden auch Fußgänger im neuen Straßenkonzept stärker berücksichtigt als zuvor. Schäden auf Gehwegen sollen beseitigt werden und Zufahrten zu Privatgrundstücken auf das „erforderliche Maß“ reduziert sowie durch anderes Baumaterial optisch leichter erkennbar werden.

Weiterhin wird gegenüber der Einmündung Am Gut Wolf eine Mittelinsel zur leichteren Überquerung der Straße entstehen. Diese wird ebenso wie die Gehwege an den Straßeneinmündungen zum Grünen Weg und an den Bushaltestellen mit taktilen Leitstellen versehen, die der Orientierung blinder Menschen dienen. Auch sollen die Busbordsteine so angepasst werden, dass ein niveaugleicher Ein- und Ausstieg in den Bus möglich ist.

Außer der Haltestellen Am Gut Wolf und Lukasstraße will man aus Platzgründen auf Unterstellmöglichkeiten verzichten. Ein weiteres Manko für Fußgänger: An einigen Stellen wird der Gehweg durch die Sanierung deutlich schmaler. Zum Beispiel südlich von der Einmündung Am Gut Wolf wird er von 3,15 Metern auf zwei Meter reduziert. „Aufgrund des geringen Fußgängeranteils“ sieht die Verwaltung das aber unkritisch.

Weniger Parkplätze

Bei dem Umbau werden insgesamt fünf Parkplätze wegfallen und nur noch 95 zur Verfügung stehen. Laut Vorlage ein Resultat der Neugestaltung, wozu auch die neue Bepflanzung zählt. Die sollte nach einem Gestaltungskonzept aus dem Jahr 2003 deutlich üppiger ausfallen, als aktuell geplant. „Dieses Konzept musste aufgrund der extremen Dichte der Ver- und Entsorgungsleitungen aufgegeben werden“, so die Begründung. Immerhin: Im Abschnitt zwischen Am Gut Wolf und Lukasstraße werden fünf Bäume gepflanzt.

Die Stadt hat die gesamte Planung mit Polizei, Aseag und Stawag abgestimmt. Das weitere Vorgehen soll im Mobilitätsausschuss am nächsten Donnerstag beschlossen werden. Mit einer endgültigen Bewilligung der Bezirksregierung Köln wird im Herbst gerechnet, mit einem Beginn der Bauarbeiten aber erst ab Frühjahr bis Sommer 2019. Vorher habe die Stawag noch Kanäle und Leitungen zu erneuern.

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