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Aachen: Erprobte Wege aus der Kostenfalle

Aachen : Erprobte Wege aus der Kostenfalle

Kostenfallen im Internet, Ärger mit Telekommunikationsanbietern oder massive Preiserhöhungen bei Strom und Gas - zu diesen Themen berieten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Aachen im vergangenen Jahr am häufigsten.

„Generell ist die Zahl der persönlichen Beratungsgespräche noch einmal etwas angestiegen”, sagte der Leiterin Jutta Reimnitz bei der Veröffentlichung des Jahresberichts 2008. Auf etwas über 26.600 Kontakte kamen die fünf Mitarbeiter - egal ob telefonisch, per E-Mail, persönlich oder bei Veranstaltungen.

„Unsere personelle Ausstattung ist schon sehr knapp”, bilanziert Reimnitz in Anbetracht dieser Zahlen. Längere Wartezeiten für einen Rechtsberatungstermin oder unbeantwortete Telefonanrufe - in Stoßzeiten bis zu 40 in der Stunde - seien die Konsequenz.

Als eines der größten Probleme für Verbraucher hat sich in den vergangenen Jahren die sogenannte „Internetabzocke” entwickelt. Dabei handelt es sich um vermeintlich kostenlose Angebote wie etwa Hausaufgabenportale, Infobörsen für Ahnenforschung, Songtexte oder Haustiere.

Bei der ersten Anmeldung muss der Nutzer seine Mail-Adresse angeben, zwei Wochen später flattert die Rechnung für ein Abonnement in den virtuellen Briefkasten. Ein Vertragsrücktritt ist angeblich wegen bereits verstrichener Fristen nicht mehr möglich, bei Nichtzahlung droht ein Inkassobüro mit dem Gang vors Gericht.

Rund 400 Betroffene haben in der Verbraucherzentrale Rat gesucht, so viele, dass regelmäßig Gruppenberatungen zum Thema stattfinden. „Die einzelnen Fälle sind sehr ähnlich”, erklärt Jutta Reimnitz den Sinn der Gruppenberatung. Per Formbrief sollten die Opfer Einspruch einlegen und auf keinen Fall bezahlen, da der Vertragsabschluss nicht rechtsmäßig ist. „Für die Menschen ist es auch wichtig, in der Gruppe zu merken, dass sie nicht alleine betroffen sind. Das hilft, um bei der Drohkulisse aus Mahnungen standhaft zu bleiben.”

Neben allgemeinen Verbraucherfragen ist die Energieberatung ein weiterer Schwerpunkt. Hausbesitzer können sich von einem Architekten vor Ort über Sanierungsbedarf beraten lassen und erhalten Infos über Finanzierungsmöglichkeiten.

„Bei einem Haus aus den fünfziger Jahren kan man mit einer Totalsanierung bis zu 50 oder 60 Prozent Energiekosten sparen”, betont Energieberaterin Ulrike Leidinger. Auch wenn es einige Jahre dauern kann, bis sich die Ausgaben amortisieren - 60 Euro für die Beratung hätten Hausbesitzer schnell wieder im Portemonnaie.