Walheim: Erntedankumzug: 2000 Besucher trotzen nasskaltem Wetter

Walheim: Erntedankumzug: 2000 Besucher trotzen nasskaltem Wetter

Auch wenn das Interesse der Besucher angesichts des zunächst nass-kalten Wetters nicht so stark gewesen ist: Die Organisatoren Hermann Mündel und Eberhard Spindel waren mit dem Verlauf des Erntedankumzuges sehr zufrieden.

Gemeinsam mit dem Trommler- und Pfeiferkorps Edelweiß Walheim und der Pfarre St. Anna haben sie die Traditionsveranstaltung bereits zum 25. Mal auf die Beine gestellt. Im Jahr 1991 war das Brauchtum — nach einer Unterbrechung von 31 Jahren — wieder ins Leben gerufen worden.

Säumten in den vergangenen Jahren stets um die 5000 Menschen die sechs Kilometer lange Strecke, die von der Albert-Einstein-Straße bis zum Festplatz am Jakob-Büchel-Haus führte, so waren es in diesem Jahr lediglich 2000. Dennoch hatten sich wieder knapp 100 Gruppen, darunter fünf Spielmannszüge, für den Erntedankumzug angemeldet. „Der Teilnehmer mit der längsten Anreise kam in diesem Jahr aus dem 350 Kilometer entfernten Lingen“, so Mündel. Doch auch für alle anderen Mitwirkenden hatte der Chef-Planer nichts als lobende Worte übrig. „Jeder macht das hier aus Spaß an der Freude und nimmt zudem noch eine Anfahrt von bis zu eineinhalb Stunden in Kauf.“

Hermann Mündel verwies damit auf die zahlreich vertretenden Oldtimer-Traktoren, die — herbstlich geschmückt — in dem rund 800 Meter langen Zug neben vielen Pferdegespannen und Fußgruppen durch den Ort zogen. Unter ihnen auch Raymond Feck von der IG-Oldie Traktorenfreunde Aachen, die mit rund 20 Fahrzeugen im Umzug vertreten war. Der Eupener, der im Übrigen zum ersten Mal teilnahm, war mit seiner wuchtigen Landmaschine vom Typ Eicher Wotan (Baujahr 1970) dabei. Bereits seit mehr zehn Jahren führt Forstwirt Dieter Kleiber sein historisches Pferdegespann durch den Umzug. Die beiden belgischen Kaltblüter zogen einen Wagen, der vor hundert Jahren in Würselen gebaut worden war. Warum er immer wieder mitmache? „Für die Brauchtumspflege und um der Nachwelt zu zeigen, wie damals gearbeitet wurde.“

Für die Zuschauer gab es beim Erntedankumzug aber nicht nur viel zu sehen: So verteilten die Kommunionkinder der Pfarre St. Anna Äpfel, Nüsse und Muffins an die Besucher. Zudem wurde Federweißer und hier und da auch mal ein Pinneken Schnaps gereicht. Am Ende des Umzugs reihten sich einige der Oldtimer und Pferdegespanne noch im Hof des Jakob-Büchel-Hauses auf, und der Musikverein Oberforstbach spielte im Festzelt. Den Besuchern — wie Jan Roggenkamp, der mit seiner Familie zum ersten Mal den Erntedankumzug besuchte — hat es gefallen: „Das war sehr authentisch und ein richtig schönes Fest.“

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