Aachen: Erlebte Hilfe wird zurückgegeben

Aachen: Erlebte Hilfe wird zurückgegeben

Den Milleniums-Jahreswechsel hat Kerstin Löhrer nicht vergessen. Sie erinnert sich noch an die Herausforderungen, nachdem die Kindertagesstätte an der Weißwasserstraße ausgebrannt war. Damals war sie schon mit von der Partie, heute ist sie Leiterin der Kita und musste an die Emotionen denken, die damals in der extremen Notlage hochkamen.

Und sie hat genau wie ihre Kolleginnen und die Anwohner vor allem die große Hilfsbereitschaft nicht vergessen, die damals zu einem glücklichen Ende führte. „An all diese Dinge musste ich denken, als ich die Bilder von den Überschwemmungen in den ostdeutschen Landstrichen sah“, erzählt Kerstin Löhrer und weist zugleich darauf hin, wie sie selbst auf die Idee kam, Hilfe zu leisten. „Wir müssen etwas tun!“

Die Suche nach der richtigen Einrichtung in den betroffenen Gebieten fiel nicht schwer, denn das Team von der Weißwasserstraße weiß sehr wohl, dass Naumburg eine der Partnerstädte Aachens ist. In der Nähe der Stadt liegt Groß Rosenburg, und dort die Kindertagesstätte „Märchenland“. Dank der Vermittlung der früheren Aachener Melitta und Horst Hermans wurde schnell ein Kontakt in die Kita geknüpft — wo man natürlich glücklich über das Hilfsangebot war.

„Wir haben unser Sommerfest sofort genutzt, um die Idee zu präsentieren und um Spenden zu sammeln“, berichtet Kerstin Löhrer vom weiteren Werdegang. Schon beim Fest zeigte sich, dass die Idee von Erfolg gekrönt sein würde. „Viele Familien in unserem Viertel sind selbst alles andere als gut gestellt. Und trotzdem haben viele Eltern fünf Euro abgezwackt, um der Kita in Sachsen-Anhalt zu unterstützen.“ Inzwischen sind 2000 Euro zusammengekommen.

Dazu hat auch die Stiftung „manus minorum“ von Petra Savelsbergh und ihrem Mann Pascal beigetragen. Sie ist auch die Vorsitzende des „Vereins zur Förderung der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Aachen Rothe Erde“. Und beide Organisationen helfen der Kita Weißwasserstraße bei ihrem Engagement. Auch über diese Schiene soll gewährleistet werden, dass die aktuelle Spendenaktion nicht einmalig bleibt. „Wir denken zum Beispiel über eine Weihnachtsaktion nach, bei der die Kinder in Groß Rosenburg einen Wunschzettel aufschreiben können“, steckt Petra Savelsbergh voller Ideen.

In jedem Fall sollen die Aachener Kinder das Engagement für ihre Altersgenossen bei Naumburg aktiv begleiten, indem sie zum Beispiel Einkäufe von Spielsachen und deren Versand begleiten. Eine erste Liste mit dem größten Bedarf ist jetzt in Aachen angekommen. Die Kita „Märchenland“ hat so einen ganz greifbaren Nutzen der Aktion, die an der Weißwasserstraße zudem einen nachhaltig pädagogischen.

(hpl)
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