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Erinnerung an Aachener Maler: Tafel zu Ehren von Josef Rother enthüllt

Erinnerung an Aachener Maler : Tafel zu Ehren von Josef Rother enthüllt

Vielseitig, experimentierfreudig und ästhetisch versiert – mit seinen außergewöhnlichen Aquarelltechniken hat sich der im Februar dieses Jahres gestorbene Josef Rother einen Namen gemacht. Fast 200 Ausstellungen haben sein Werk bereits präsentiert – zuletzt in der Bergkirche in Kornelimünster. Mit einer Gedenktafel der Burtscheider Heimatfreunde soll nun auch künftig an den Künstler erinnert werden.

„Die Gedenktafel hätte meinen Vater gefreut“, da ist sich Eugen Rother sicher. Dass jenem – nach dem Schriftsteller Friedrich Wilhelm Hackländer und dem renommierten Maler Karl Otto Götz – nun die dritte Gedenktafel der Burtscheider Heimatfreunde zuteil werde, sei „eine ganz große Sache“.

Auf das Leben seines Vaters blickt Eugen Rother, der ebenfalls als Künstler tätig ist, mit Respekt zurück. „Er hatte einen starken Charakter“, sagt er. Nicht immer sei es einfach gewesen. Gerade in der Kunst habe er sich stets um Abgrenzung von der Instanz seines Vaters bemüht. Mit seiner Vielseitigkeit und Experimentierfreude stellt jener aber zugleich ein Vorbild für den Diplom-Designer dar.

Besonders in seinen jungen Jahren hat Josef Rother viel ausprobiert. „Als in den 60ern die große künstlerische Aufbruchzeit herrschte, war Aachen ein Hotspot und mein Vater mittendrin“, so Eugen Rother. Bekannt wurde Rother später durch seine Aquarelltechniken. Sein künstlerisches Schaffen ist dabei geprägt von einer tiefen Naturverbundenheit und Heimatliebe. Aspekte, welche Rother auch als Menschen auszeichneten.

Mussten im Garten die Bäume gestutzt werden, sei er stets darauf bedacht gewesen, dass nicht zu viel weggeschnitten werde, erinnert sich Uwe Reuters, Vorsitzender der Heimatfreunde und ehemaliger Vermieter Rothers. „Jeder Zweig war wichtig“. Doch auch die Sehnsucht hat den Künstler geprägt. Als elftes von 18 Kindern in Schlesien geboren, kam Rother kurz nach dem Krieg ins Grenzland. Wenngleich er hier ein neues Zuhause fand, hat ihn die Erinnerung an die alte Heimat nie verlassen. „Heimat war für meinen Vater das wichtigste, was er hatte“, erklärt Eugen Rother. „Wenn er die auf- und untergehende Sonne malte, war es die schlesische Sonne, an die er dachte“, fügt er hinzu.

Freude über die Ehrung

Umso mehr freut er sich über die späte Ehrung seines Vaters. In Form der Gedenktafel gebe der Verein Burtscheider Heimatfreunde Josef Rother eine neue Heimat, Rother junior – „da schließt sich der Heimatkreis“.

Auch das Design der Gedenktafel greift das Motiv auf: Neben der Widmung ist eine Figur in den Stein graviert, die einen Messdiener zeigt – die Kopie einer Zeichnung, welche Josef Rother, ein altes Familienfoto nachzeichnend, als Knabe anfertigte. „Er hat es zu seinem Logo gemacht“, so Eugen Rother. Das Foto zeigt den jungen Josef Rother zusammen mit zwei seiner Brüder – allesamt im Messdienergewand. Es sei eine Momentaufnahme aus der Kindheit des Künstlers und dem Leben in der katholischen Großfamilie, so der Diplom-Designer. Durch die Gravur bleibt es auch nach dem Tod des Aquarellkünstlers für die Öffentlichkeit sichtbar, mit diesem verbunden.

Die Heimatfreunde sind zufrieden, Josef Rother auf diese Weise ehren zu können und schätzen das Engagement, mit welchem die Organisation der Gedenktafel unterstützt wurde. Es ist geplant in Zukunft weitere Burtscheider Berühmtheiten mit Gedenktafeln dieser Art zu ehren.