Aachen: Erboste Eltern wollen nun die Kita-Beiträge einbehalten

Aachen: Erboste Eltern wollen nun die Kita-Beiträge einbehalten

Die Kinder liegen auf dem Teppich, die Nerven blank. Weil die Sorgen der Eltern der Brander Kindertagesstätte Richard-Wallraff-Straße mit jedem weiteren Streik größer werden, gehen sie jetzt in die Offensive - am Dienstag um 17 Uhr im Kinder- und Jugendausschuss (Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Raum 207/208).

„Wir sind erbost, die Stadt erkennt unsere schwere Notlage nicht”, sagt Lutz Felbick - das werde man am Dienstag vortragen.

Seit mehr als zwei Wochen bleiben Aachener Kindertagesstätten immer wieder geschlossen, weil die Gewerkschaften mit ihren Erziehern für einen eigenen Gesundheitstarif kämpfen. Am Dienstag wird wieder verhandelt. Eine Einigung ist kaum zu erwarten, dann würde laut Verdi-Sekretär Viktor Petje nächste Woche wieder gestreikt.

Die Eltern müssen schauen, wie sie ihre Kinder an diesen Tagen betreut bekommen - vor allem für berufstätige Alleinerziehende eine Hürde. „Damit sind viele absolut überfordert”, sagt Sabine Schloemer, Elternratsvorsitzende der Brander Kita. Kleine Betreuungsgruppen wurden organisiert, Verwandte und Freunde eingespannt, Kinder mit zur Arbeit genommen und Urlaubstage, die anders eingeplant waren, vorgezogen.

Jetzt und hier fordern sie von der Stadt eine bessere Notfallbetreuung und wollen Kindergartenbeiträge einbehalten - bis zu 100 Euro laut Sabine Schloemer. Die Stadt Aachen nimmt dies gelassen hin. „Es gibt keinen Beitragserlass, in ähnlichen Fällen sind Eltern damit nicht durchgekommen. Es handelt sich hier um einen Fall höherer Gewalt”, sagt Björn Gürtler vom städtischen Pressebüro auf Anfrage.

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