Aachen: EM Public Viewing: viele Fernseher, kaum Großbildwände

Aachen: EM Public Viewing: viele Fernseher, kaum Großbildwände

Public Viewing unter freiem Himmel auf gigantischen LED-Wänden ist in Aachen — anders als 2010 auf dem Markt und 2014 auf dem Tivoli — zur Fußball-EM 2016 nicht in Sicht. Die mit 18 Quadratmetern größte Übertragungsfläche installieren Sebastian Stürtz (Cinekarree) und Elmar Schaumann (Kapuziner Karree) an der Außenwand des Kinokomplexes im Alten Posthof.

Ansonsten laden das Pontviertel zum TV-Rudelgucken auf die traditionelle Fanmeile und Gastronom Alwin Fiebus in die neuen Bend-Terrassen. Dort entsteht an der Kühlwetterstraße ein Fernsehgarten für 600 Zuschauer auf 1800 Quadratmetern.

Wo rollen die Massen in Aachen bei der Fußball-EM an? Alwin Fiebus lädt bis zu 600 Fans in seinen Fernsehgarten auf die neuen Bend-Terrassen (1), Kneipen stellen Fernseher vor die Tür wie hier auf dem Neumarkt (2), im Kapuziner Karree (3) lockt eine 18 Quadratmeter große Leinwand bis zu 1500 Menschen, das Pontviertel feiert auf der Fanmeile unter anderem vor dem Café Madrid (4) — hingegen fallen der Aachener Tivoli (5) und der Aachener Markt (6) im Gegensatz zu 2010 und 2014 diesmal beim Public Viewing ersatzlos aus. Foto: Andreas Steindl/ Ralf Roeger

Warum es diesmal wohl weder auf dem Markt noch auf dem Katschhof Public Viewing für Tausende Menschen gibt, erklärt Stadtsprecher Bernd Büttgens: „Nur ein einziger Anbieter aus Süddeutschland wollte mit einer großen LED-Übertragungswand in Aachen Station machen — allerdings nur für die Viertelfinalspiele, ganz unabhängig von deutscher Beteiligung“, schildert er. „Das war uns zu wenig. Für ein umfassendes Public-Viewing-Konzept bleiben wir als Stadt aber offen.“ Interessenten gebe es bislang allerdings nicht.

© : Dagmar Meyer-Roeger; 21.06.14 / 2014 / VER / Vermischtes / Fupball / Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien / Fnas / Publik Viewing / WM-Spiel Deutschland gegen Ghana : Neumarkt in Aachen Foto: Andreas Steindl/Ralf Roeger

Die zunächst geplante Neuauflage von Übertragungen der Deutschland-Spiele im Stadion von Alemannia Aachen ist wegen der Pleite des hauseigenen Gastronomen mittlerweile vom Tisch: „Unser Caterer hat sich verabschiedet — und damit auch das Public Viewing auf dem Aachener Tivoli“, bestätigt Alemannia-Geschäftsführer Timo Skrzypski am Mittwoch. „Der Gastronom hätte die Kosten für die LED-Wand und das finanzielle Risiko getragen — wir können das nicht“, sagt er. Bis zu 7000 Fans waren 2014 zu Deutschlandspielen in die Arena an der Krefelder Straße geströmt.

© : Dagmar Meyer-Roeger : Sport / Fußball / Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien / 130713/ 2014 / Endspiel Deutschland gegen Argentinien im Macarana-Stadtion in Rio de Janairo / / Public Viewing / Fanmeile in Aachen Foto: Andreas Steindl/ Ralf Roeger

Immerhin 1500 Fans fasst das Kapuziner Karree. Public Viewing ist hier Tradition. „Erstmals bespielen wir die Wand des Cinekarrees“, erklärt Manager Schaumann. Nur bei Spielen mit deutscher Beteiligung sei zusätzliches Sicherheitspersonal eingeplant, betont er, grundsätzlich sei der Eintritt frei. Dies gilt erstmals auch für die Übertragungen der Deutschland-Spiele in den Kinosälen am Alten Posthof — alles gratis. Der Kinobetreiber lockt parallel übrigens auch in Alsdorf zu einer Großbildleinwand vor der Tür des Cinetowers sowie in die dortigen Kinosäle.

© : Dagmar Meyer-Roeger; 21.06.14 / 2014 / VER / Vermischtes / Fupball / Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien / Fnas / Publik Viewing / WM-Spiel Deutschland gegen Ghana : Tivoli Aachen Foto: Andreas Steindl/ Ralf Roeger

Feste Tradition ist bereits die Fanmeile im Pontviertel. Diesmal sind Café Madrid, Apollo, Sowiso, Tangente und die Uwe-Klein-Bar mit von der Partie. „Wir werden überall große Fernseher aufstellen, dazu gibt es gemeinsam mit unserem Partner Stawag Tipp- und Gewinnspiele“, erklärt Madrid-Chef Dennis Polychroniou. Zehntausende meist junge Fußballfans hatten hier — aber auch auf dem Neumarkt im Frankenberger Viertel — bei früheren EMs und WMs ausgelassen deutsche Siege gefeiert.

Beste Stimmung verspricht auch der Betreiber der neuen Bend-Terrassen. Am morgigen Freitag um 11 Uhr steht die Eröffnung des Biergartens an, der sich ab dem EM-Eröffnungsspiel am 10. Juni um 21 Uhr (Frankreich-Rumänien) in einen Fernsehgarten mit zehn großen Flatscreens verwandelt. Bis zu 600 Gäste finden auf dem Areal Platz — von der Almhütte bis zur Beachbar. Sogar ein knöcheltiefer Pool und ein kleines Kinderkarussell gehören zum Programm. Noch über das EM-Endspiel (10. Juli) hinaus soll die riesige Fläche auf dem Bend bleiben — bis Ende September. Dann zieht das Budendorf auf den Weihnachtsmarkt um.

Am Tag des Endspiels lädt der Aachen-Laurensberger Rennverein übrigens zum Soerser Sonntag in die Soers. Dort beginnt zeitgleich der CHIO — mit Public Viewing auf riesigen LED-Walls. Zu sehen ist aber — bekanntlich auch auf dem Rasen — ausschließlich Reitsport.