Aachen: Elterntelefon: 30.000 Lesezeichen weisen auf das Angebot hin

Aachen: Elterntelefon: 30.000 Lesezeichen weisen auf das Angebot hin

Diesmal geht es nicht um Kopfschmerztabletten oder Wundpflaster. Und doch um direkte Hilfe aus der Apotheke, denn die muss nicht immer in Pillenform oder Salbentuben verschrieben werden. In diesem Fall reicht ein kleiner Zettel, vierfarbig und übersichtlich und nicht zufällig in Form eines Lesezeichens.

Mit 30.000 dieser Lesezeichen wurden jetzt die hiesigen Apotheken bestückt. Eigentlicher Absender ist der Aachener Kinderschutzbund, der den Eltern in der Städteregion signalisiert: Wir sind für Euch da, wenn es Probleme mit den Kindern gibt.

Genau darum geht es bei der öffentlichkeitswirksamen Aktion der Lesezeichen, die nicht nur die wesentlichen Daten des Elterntelefons aufweist, sondern auch die klare Botschaft: Elterntelefon — vertraulich, anonym, kostenlos. Immer noch ist das Angebotsspektrum nicht überall im Bewusstsein angekommen. Das wollen Susanne Jahnen, Koordinatorin des Elterntelefons und ihr Team ändern. „Wir haben in unserem Öffentlichkeitsteam beraten, wie wir das ändern können und sind auf ein vergleichbares Modell in Schleswig-Holstein gestoßen. Dort wurden die Lesezeichen mit großem Erfolg in der Öffentlichkeit verteilt.

Nachdem die Sparkasse finanzielle Unterstützung zugesagt hatte, konnte der Kinderschutzbund an die Realisierung der 30.000 Denkzettel der besonderen Art gehen. Wesentlich zum Erfolg hat die Hilfe zweier junger Männer beigetragen.

Tim Jahnen und Fabian Nicolai, Sohn einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes, entwickelten das Design mit den entscheidenden Infos, sogar mit einem QR-Code, der modernen Handy erlaubt, sofort alle wichtigen Informationen zum Elterntelefon einzulesen. Bestückt wurden grundsätzlich die Apotheken in Aachen, zum Beispiel aber auch die Buchhandlung Schmetz am Dom oder die Buchhandlung „Worthaus“ in der Gregorstraße. Weitere Interessenten sind Susanne Jahnen herzlich willkommen (siehe Zusatzbox).

„Wir wollen starke, selbstbewusste Kinder! Deshalb unterstützen wir Eltern in ihrer Erziehungskompetenz und in ihrem Alltag. Ein wichtiges Angebot dazu ist das persönliche Gespräch. Für Eltern und Erziehende halten wir deshalb eine kostenlose telefonische Beratungsmöglichkeit vor“, annonciert das Team des Elterntelefons. Selbstverständlich sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für ihre Aufgabe bestens ausgebildet. Gemeinsam mit den Eltern beziehungsweise Erziehenden erarbeiten sie zunächst am Telefon eine persönliche Lösung — egal ob es um Fragen zur Erziehung, zur Schule, zu Stress in der Familie oder um vieles mehr geht.

Für die ganze Städteregion

Und das gilt für die gesamte Städteregion, denn auch die Ortsverbände Eschweiler und Würselen greifen auf das Aachener Angebot zurück.

Oft sind es die kleinen Dinge des Alltags, die Eltern zur Verzweiflung bringen können, oft sind es tiefgreifende Probleme — für alles haben die Mitarbeiter des Elterntelefons ein offenes Ohr. Das Beratungsteam verfügt grundsätzlich über jahrzehntelange Erfahrungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Oft geht es gar nicht primär um Probleme mit den Kindern, oft sind die Eltern auch selbst unsicher, ob sie alles richtig machen oder ob die Erziehungsmethoden des Partners oder der Partnerin wirklich richtig sind. Oft schließt sich an das telefonische Erstgespräch ein tiefgreifendes Gespräch an. Zum Beispiel, wenn langfristige Möglichkeiten einer Veränderung ermittelt werden müssen oder wenn innerhalb des Netzwerkes für Kinder und Jugendliche ein Beratungsangebot angebracht erscheint.

Ein Slogan hat nichts von seiner Aktualität verloren: „Die Nummere gegen Kummer“. Das Elterntelefon will positiv auf den Alltag von Kindern einwirken. „Es fördert und unterstützt den verständnisvollen und partnerschaftlichen Umgang zwischen Kinder und den Erziehenden“, formuliert Susanne Jahnen das nachhaltige Ziel. Und sie ergänzt mit grundsätzlichem Anspruch: „Unser Ziel ist es, die Familie zu stärken. Denn starke Kinder und starke Eltern bilden eine starke Gemeinschaft.

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