Aachen: „Elterntaxis” sollen Kinder an Straßenverkehr heranführen

Aachen: „Elterntaxis” sollen Kinder an Straßenverkehr heranführen

Der Schulweg eines Kindes ist für die Eltern ein heikles Thema. Einerseits möchte man das Kind früh zur Selbständigkeit erziehen, auf der anderen Seite steht die Sicherheit natürlich an erster Stelle.

Um den Erziehungsberechtigten die Entscheidung zu erleichtern, stellt die Kampagne „FahrRad in Aachen” in einem Pilotprojekt der Montessorischule an der Reumontstraße für drei Wochen Tandems zur Verfügung - die so genannten „Elterntaxis”.

Diese Initiative der „Zwei plus Zwei” GmbH hat in Köln sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Kindern spielerisch ein neues Verkehrsbewusstsein zu vermitteln. Das Fahrrad soll als selbstverständliches Fortbewegungsmittel im Alltag und vor allem als umweltfreundliche Alternative zum Auto fungieren. „Für Grundschüler ist es wichtig, dass sie sicher an den Straßenverkehr herangeführt werden”, erklärt Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin bei „FahrRad in Aachen”. Das Tandem diene dabei als Station zwischen Kindersitz und eigenem Fahrrad.

Zusätzlich zu den Tandems bekommen die Eltern der Montessorischule zwei Helme, ein Schloss, einen Korb und Satteltaschen ausgehändigt. Dem Weg zur Schule steht also nichts mehr im Weg. Doch wie fährt sich eigentlich so ein doppeltes Fahrrad? „Es ist schon ein anderes Fahrgefühl”, sagt Markus Mende, der seine Tochter eben durch den auf dem Schulhof aufgebauten Parcours gefahren hat. „Aber es ist sehr kommunikativ, man kann die ganze Zeit Kontakt zum Kind halten.” Bei möglichen Schäden am Rad müssen die Eltern lediglich bei Christoph Giers Fahrradshop „Velo” vorbeifahren - die Reparatur ist kostenlos.

Doch auch der Nutzen für die Umwelt sollte nicht vergessen werden. Gerade bei Kurzstrecken wie der Fahrt zur Schule verschmutzen Autos die Luft besonders, weil der Katalysator seine Wirkung erst nach einer gewissen Aufwärmzeit entfalten kann. Gemessen an den damit verbundenen Spritkosten lohnt sich möglicherweise die Anschaffung eines Tandems.

„Ein normales Familien-Tandem mit Straßenausstattung gibt es ab etwa 1.300 Euro”, sagt Sabine Richarz von der Initiative „Elterntaxis”. „Das ist eine ökologische und ökonomische Alternative zum Auto.”

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