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Aachen: Eltern fordern Bestandsschutz für Klassen am Höfling

Aachen : Eltern fordern Bestandsschutz für Klassen am Höfling

Der gemeinsame Unterricht von Kindern aller Jahrgänge entzweit am Höfling Schulleitung und Eltern. Wie berichtet, will die Grundschule zum Schuljahr 2010/11 alle Klassen auf jahrgangsübergreifenden Unterricht umstellen - eine entsprechende Anweisung gab es von der Schulaufsichtsbehörde.

Bislang wurde sowohl jahrgangsübergreifende Unterricht und klassische Klassen angeboten. Diese Mischform ist laut Schulgesetz aber schon seit 2005 nicht gestattet.

„Einen Ermessensspielraum gibt es dabei nicht”, erklärt dazu Oliver Königsfeld, Sprecher der Bezirksregierung.

Der Unmut wächst

„Verärgerte Eltern” hat Schulleiterin Anita Groß eingeräumt. Dieser Ärger wächst und wächst. Die Eltern fordern eine Bestandsgarantie für die Klassen ihrer Kinder. Für die fehlt jedoch die Grundlage.

„Einen Bestandsschutz für jahrgangsbezogene Klassen gibt es nicht. Da bei der geplanten Mischung immer Klassen betroffen wären, muss irgendwann ein Schnitt vollzogen werden, der pädagogisch und organisatorisch gut vorbereitet ist”, erklärt Königsfeld. Und: „Es ist ein sanfter Übergang geplant. Zunächst soll das kommende Schuljahr dazu genutzt werden, die Kinder durch jahrgangsgemischte Projekte an jahrgangsgemischte Lerngruppen heranzuführen und auch der Einsatz der Lehrkräfte soll so gestaltet werden, dass die Kinder 2010/2011 mit vertrauten Lehrkräften starten können.”

Das reicht den Eltern nicht. Fast täglich sitzen sie zusammen. Sie sorgen sich um ihre Kinder. „Wir maßen uns nicht an, die pädagogische Qualität der Systeme zu bewerten. Aber mit der Umstellung und der Art der Information wird die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Füßen getreten”, sagt ein Vater.

„Wir möchten mit unseren Kindern gerne an dieser Schule bleiben, deren hohe Qualität und engagierte Lehrer wir schätzen. Aber wir sehen den Schulfrieden gefährdet”, erklärt ein anderer.

Beschlossen wurde die Umstellung auf jahrgangsübergreifenden Unterricht auf einer Schulkonferenz. Deren Ergebnis wurde nach AZ-Informationen von Mitgliedern angefochten. Diese fühlten sich von der Schulleitung überrumpelt. Bitter stößt auch ein Schriftverkehr auf, der der AZ vorliegt. In einem Brief informiert die Schulleitung über den Beschluss der Schulkonferenz vom 27. Mai. Datiert ist der Brief allerdings auf den 26. Mai. „Hier wird der Wille der Schulleitung durchgesetzt”, ärgern sich Eltern. „Das Thema ist sehr emotional”, sagt Schulleiterin Anita Groß.

Groß verweist auf die Erfolge der jahrgangsgemischten Arbeit. Für diese wurde in einem Protokoll einer Schulpflegschaftssitzung im September gar eine Bestandsgarantie ausgesprochen. Im Februar heißt in einem weiteren Schulpflegschaftssitzungprotokoll aber auch: „Kein Kind kommt in eine Mischklasse, wenn die Eltern es nicht wollen.”

In einer geheimen Elternbefragung haben sich nur 29 von 173 befragten Eltern der „klassischen” Klassen für die Jahrgangsmischung ausgesprochen. Die Eltern wollen diesen Unterricht nicht, aber auch „keine Fronten zwischen Eltern und Kindern in den unterschiedlichen Systemen schaffen. Wir wollen aber einen Bestandsschutz für die Klassen unserer Kinder.”