Aachen: Elisengarten: Prachtbau neben Pleite-Café

Aachen: Elisengarten: Prachtbau neben Pleite-Café

Für „Gloria Jeans Coffee Business” war es nur ein peinlich kurzes Gastspiel auf der gastronomischen Bühne Aachens. Im sanierten Pavillon des Elisenbrunnens hatte die australische Coffeeshop-Kette - wegen fehlender Fassadenwerbung von den meisten Passanten völlig unbemerkt - seit Januar veredelte Heißgetränke angeboten.

Seit einigen Tagen ist geschlossen, die deutsche Tochter von „Gloria Jeans” hat Insolvenz angemeldet. „Kein Problem” signalisiert indes die Zimmermann-Gruppe. Das Jülicher Investment-Unternehmen ist Pächter der städtischen Immobilie am Friedrich-Wilhelm-Platz. Das Café will man demnächst in Eigenregie betreiben - mit 80 Sitzplätzen unter freiem Himmel.

Studenten, Familien, Senioren

Im Fokus der Investoren stehen aber vor allem Umbau und Eröffnung hinter der Rotunde: Dort thront das neue „EB”-Restaurant am Rand des Elisengartens. Ab dem 20. April soll das kulinarische Konzept von Patrik Jaros, langjähriger Küchenchef beim Starkoch Eckart Witzigmann, möglichst alle Zielgruppen in endlich rundum erneuerter Umgebung anlocken. „Wir erwarten Studenten, Senioren, Familien, Touristen - und natürlich Aachener jeden Alters”, erklärt der Sprecher der Zimmermann-Gruppe.

Von 9 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts will man eine mundgerechte Rundumversorgung nach deutschen Rezepten servieren. Frühstück, Mittagessen, Dinner - vom Schmalzbrot mit Schnittlauch übers Wiener Schnitzel bis zum edlen Fischmenü. In der Raucher-Lounge mit antikem Lütticher Kamin wird gerade eine Schrankwand hochgezogen, die dann mit allerlei Büchern über die Geschichte Aachens bestückt werden soll.

Gegenwärtig dominiert noch hektische Baustellen-Atmosphäre. Der Elisengarten - demnächst mit „Archäologischer Vitrine” - erhält gerade frische Fußwege. Die führen über Treppen auf die Muschelkalk-Terrasse zum Portal des „EB”-Restaurants, das baulich vom Elisenbrunnen abgeschnitten wurde.

Mehr als 1,6 Millionen Euro hat die Zimmermann-Gruppe in Entkernung, Sanierung und Ausstattung des 400 Quadratmeter großen Gastraums gesteckt. An zwei Fronten geben riesige Fensterflächen den weiten Panorama-Blick frei: vom Elisengarten bis zum (geplanten) Wasserlauf hinter der Rotunde zum neuen Durchgang Richtung Deutsche Bank.

Dies alles lade „zum längeren Verweilen” ein, betonen die Investoren. Und dieses Ziel verfolge man natürlich auch als Betreiber der „EB”-Gastronomie, alles andere sei kalter Kaffee ...