Aachen: Elektroflotte der Aseag wird ausgebremst: Fahrzeuglieferung verzögert sich

Aachen: Elektroflotte der Aseag wird ausgebremst: Fahrzeuglieferung verzögert sich

Nach dem holprigen Start des elektronischen Tickets im vergangenen Jahr wird die Aseag nun auch bei der Elektrifizierung ihrer Flotte weiter ausgebremst. Die Lieferung der insgesamt 14 Elektrobusse, die das Unternehmen beim deutsch-türkischen Bushersteller Sileo bestellt hat, befindet sich „in Verzug“, wie Aseag-Sprecher Paul Heesel auf AZ-Anfrage mitteilt.

Hintergrund ist nach wie vor der Großbrand in einer Produktionshalle des Herstellers in Salzgitter vom vergangenen August. Dabei waren auch wichtige Komponenten zur Herstellung von vier Elektrobussen, die eigentlich im Sommer 2017 nach Aachen rollen sollten, zerstört worden. Bereits im Dezember hatte Aseag-Vorstand Michael Carmincke die Verkehrspolitiker im Mobilitätsausschuss darauf vorbereitet, dass sich die Ankunft der vier Busse mit Batteriebetrieb verzögere. Von April 2018 war damals die Rede. Acht weitere Fahrzeuge sollten im Juni folgen. Doch auch diesen Zeitplan wird Sileo laut Heesel nicht einhalten können. Aktuell gehe man davon aus, dass die Busse im vierten Quartal dieses Jahres geliefert würden, so der Unternehmenssprecher. Diese sollen dann auch der neuen Generation mit verbesserten Batterien angehören. Denn die Aseag setze, so Heesel, auf Fahrzeuge mit einer Tagesleistung von bis zu 200 Kilometern, die nur nachts auf dem Betriebshof geladen werden müssten. Insgesamt beläuft sich das Auftragsvolumen auf rund zehn Millionen Euro.

Monatelang nicht im Betrieb?

Eingesetzt werden sollen die E-Busse schwerpunktmäßig auf den Linien 33 (von Fuchserde nach Vaals über Bushof, Campus Melaten und Uniklinik) und 73 (von Bahnhof Rothe Erde zur Uniklinik über Bushof und Campus Melaten). Auf diesen Strecken ist auch der Sileo-Gelenkbus, der bereits Anfang 2017 in Aachen ankam, unterwegs. Zumindest in der Theorie. In der Praxis rollt der E-Bus nämlich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr auf Aachens Straßen.

Anfang März sei das Fahrzeug „zur Wartung“ zurück zum Hersteller geschickt worden. „Ein paar Sachen müssen noch gemacht werden“, sagt dazu Paul Heesel. So fehle etwa noch die Fahrerschutzscheibe, die in Aachen mittlerweile zum Standard gehöre. Außerdem seien einige Nachbesserungen nötig, schließlich handele es sich um ein Fahrzeug, das noch nicht serienmäßig hergestellt werde. Schwerwiegende Probleme habe es indes nicht gegeben.

„Nach einer Testphase war der Bus seit Herbst im täglichen Linieneinsatz“, sagt Heesel. Dem Vernehmen nach stand der Elektrobus in dieser Zeit aber immer wieder relativ bewegungslos auf dem Betriebshof der Aseag, die Rede ist sogar von mehreren Monaten. Zudem soll das Fahrzeug wiederholt während der Fahrt plötzlich stehengeblieben sein.

Mit diesem Ausfall wurde die Elektroflotte der Aseag vorerst wieder auf ein Fahrzeug reduziert. 2015 hatte sie in ihren Werkstatthallen einen Hybrid-Gelenkbus zu einem Elektrobus umgebaut. Kommenden Monat soll, so Heesel, der Sileo-Bus jedoch wieder auf Aachens Straßen starten.