Aachen: Eischet und Schmitz verlassen Schülerorganisationen von CDU und SPD

Aachen: Eischet und Schmitz verlassen Schülerorganisationen von CDU und SPD

Für Menschen in ihrem Alter sind sie einen ungewöhnlichen Weg gegangen, denn sie haben schon früh die Politik zu einem Bestandteil ihres Lebens gemacht. Andor Schmitz wurde Vorsitzender der SPD-Schülerorganisation „Juso-Schüler” und Phillip Eischet Landesvorsitzender der christdemokratischen „Schüler Union”.

Die beiden investierten Zeit und Mühe, um sich einzuarbeiten in schulpolitische Themen und die Anliegen von Schülern bei politischen Entscheidungsträgern stark zu machen. Nachdem sie dieses Jahr beide ihr Abitur gemacht haben, Schmitz an St. Leonhard und Eischet am Pius-Gymnasium, mussten sie nun Abschied nehmen von ihren Ämtern und Platz machen für Jüngere.

Ihre bisherigen Aufgaben und Herausforderungen werden sie vermissen, Melancholie kommt aber nicht auf, wenn sie über die Vergangenheit sprechen. Für ihn sei es schon immer klar gewesen, dass er sich politisch engagieren wolle, sagt Schmitz. Das Tagesgeschehen habe er schon früh in der Zeitung verfolgt und Spaß gehabt an Debatten, in denen unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen. Die Entscheidung für die SPD fiel dann 2005, ganz einfach, weil er sich dort mit seinem Weltbild am besten aufgehoben fühle.

Ähnlich kam Eischet 2006 zur Politik. Er hatte an einem Debattierwettbewerb teilgenommen und dort entdeckt, dass es ihm Spaß machte, seine eigene politische Meinung zu behaupten und sich mit der von anderen auseinanderzusetzen. Das Engagement für CDU verstand er schon damals als Bekenntnis zum bürgerlichen Lager und Reaktion auf das Erstarken der Linkspartei, wie er sagt.

Natürlich wurde auch das Privatleben durch die Mitgliedschaft in einer Partei ein Stück weit politisiert. Freunde witzelten über Programme der SPD und CDU oder erwarteten von ihnen definitive Antworten auf Fragen, die auf bundespolitischer Ebene diskutiert wurden. Auch mit dem Klischee des strebsamen Emporkömmlings wurden Schmitz und Eischet gelegentlich konfrontiert. Auf der anderen Seite erinnern sich die beiden auch an viele positive Rückmeldungen, an Anerkennung für ihren Einsatz für Menschen in ihrem Alter.

Es seien vor allem die intensiven Erfahrungen, von denen sie in Zukunft profitieren werden, sagen sie. Gerne erinnert sich Eischet an ein Gespräch mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, das für ihn eine weitreichende Bedeutung hat. Denn es steht für ihn für intensiven Gedankenaustausch, für das Knüpfen von Kontakten und das Erlernen sogenannter Soft-Skills.

Nach Koblenz und Trier

Schmitz sagt, dass er in den vergangenen Jahren gelernt habe, das Meinungsbild der Menschen um ihn herum zu erforschen und mit Selbstbewusstsein für deren Belange einzutreten. Wenn die beiden demnächst ihr Studium beginnen, Eischet wird BWL in Koblenz und Schmitz Jura in Tier studieren, werden ihnen ihre Erfahrungen wahrscheinlich weiterhelfen.

Eine politische Karriere haben sie nicht geplant, politische Menschen werden sie jedoch bleiben und sind weiterhin als Sachkundige Bürger im Aachener Schulausschuss aktiv. Auch die Freundschaft, die während der letzten Jahre entstanden ist, möchten sie weiter pflegen.